Medikamenten-Mangel: Pharmabranche: Weitere Großfusionen programmiert

Medikamenten-Mangel: Pharmabranche: Weitere Großfusionen programmiert

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Die Medikamenten-Sortimente weltweit führender Pharmakonzerne im Vergleich

Merck & Co zahlte 41 Milliarden für Schering-Plough, Pfizer schnappte sich Wyeth: Wie Medikamenten-Mangel und auslaufende Patente die Pharmakonzerne zu Großfusionen treiben.

Vor wenigen Tagen war es wieder so weit. Der US-Konzern Merck & Co. kündigte die Übernahme des Konkurrenten Schering-Plough für 41 Milliarden Dollar an. Erst Ende Januar hatte Branchenprimus Pfizer erklärt, sich den Rivalen Wyeth einverleiben zu wollen. Und Ende vergangener Woche übernahm dann noch der Schweizer Roche-Konzern seine US-Beteiligung Genentech vollständig. Selbst in der Krise, in der sich Banken mit Krediten für Unternehmenskäufe zurückhalten, sind große Pharmaübernahmen immer noch möglich.

Die Gründe für solche Übernahmen ähneln sich häufig: Den Pharmakonzernen mangelt es an Medikamenten-Nachschub, sie produzieren immer weniger Milliarden-Pillen, wichtige Patente laufen in den kommenden Jahren aus, Hersteller von Nachahmer-Medikamenten (Generika) machen ihnen zunehmend Konkurrenz. Um an mehr und an bessere Pillen zu kommen und die hohen Entwicklungskosten – von durchschnittlich 800 Millionen Dollar – zu finanzieren, setzen viele Unternehmen auf Größe und Zukäufe.

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Zu wenig Blockbuster-Medikamente, auslaufende Patente

Knapp drei Viertel der Top-Pharmamanager sehen eine zu dünne Produkt-Pipeline als größtes Risiko für ihr Unternehmen an, ergab eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Die Ratingagentur Moody’s machte bereits einen Pillen-Knick aus: Es gibt zunehmend weniger Pillen mit Blockbuster-Potenzial, heißt es in einem Bericht. Blockbuster, das sind Medikamente, die es auf einen jährlichen Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar bringen. Die Grafik auf dieser Seite zeigt, dass etwa bei Novartis, Merck & Co. und Bristol Myers Squibb die Zahl solcher Blockbuster – im Verhältnis zur Unternehmensgröße – überschaubar bleibt. Insbesondere bei Pfizer und bei AstraZeneca hapert es dagegen am Nachschub aus der Entwicklung.

Zugleich werden viele Medikamentenhersteller an einigen ihrer Pillen nicht mehr lange Freude haben. Denn zahlreiche wichtige Patente laufen in den kommenden Jahren aus. Nach Recherchen des Marktforschungsinstituts IMS werden bis zum Jahr 2012 Medikamente mit einem Gesamtumsatz von derzeit 140 Milliarden Dollar ihren Patentschutz verlieren.

Generika-Produzenten greifen Patente an

Umsatzanteile von 30 Prozent und mehr stehen bei Pfizer, AstraZeneca, Sanofi-Aventis und Bristol Myers Squibb im Feuer. Und immer häufiger und früherattackieren die Generika-Produzenten die Patente der Hersteller.

Die einstmals patentgeschützten Pillen erleiden dabei oft Umsatzverluste von 50 Prozent und mehr. Nach Patentablauf reduzierte sich etwa der Umsatz des Lilly-Antidepressivums Prozac von zwei Milliarden Dollar auf 500 Millionen Dollar. Eine ähnliche Entwicklung machte das Bayer-Antibiotikum Ciprobay durch.

Vor diesem Hintergrund ist die Übernahme von Schering-Plough durch Merck & Co. nur logisch. Denn Schering-Plough ist kaum von Patentabläufen betroffen – und hat einige hoffnungsvolle Medikamente in der Entwicklung – etwa einen Blutverdünner, der bereits 2011 zugelassen werden könnte.

Ganz klar, die Übernahmewelle in der Pharmaindustrie geht weiter. Dafür sind die Probleme der Branche zu groß und die Pipelines zu leer. AstraZeneca und Bristol Myers Squibb werden bereits als die nächsten Kandidaten gehandelt, die zum Verkauf stehen könnten. Beide Unternehmen sind übrigens – wie die ungewöhnlichen Namen nahelegen – vor Jahren aus Zusammenschlüssen entstanden.

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