Medikamentenhersteller: Sparen, streichen, schließen bei den Pharmariesen

Medikamentenhersteller: Sparen, streichen, schließen bei den Pharmariesen

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Sparen trotz guter Umsätze: Die Pharmakonzernen leiden unter Patentabläufen, obwohl sie noch immer gut verdienen. Im Bild eine Ausstellerin bei einer Pharmamesse

von Jürgen Salz

Die großen Medikamenten-Konzerne sparen, streichen Stellen und bauen Standorte ab. Sie leiden unter Patentabläufen, Preisdruck und Regulierungen. Unter dem Strich verdienen sie aber immer noch gut.

In dieser Woche legten der Schweizer Roche-Konzern, das US-Unternehmen Pfizer und die britische GlaxoSmithKline ihre Jahreszahlen für 2010 vor. Die Konzernchefs hatten wenig Gutes vorzuweisen. Sie berichteten davon, dass zeitnah die Patente wichtiger Medikamente auslaufen, dass die Hersteller billiger Nachahmermedikamente stärker in den Markt drängen und dass die Regierungen die Pillen-Preise mehr regulieren. Die Konsequenzen fallen bei nahezu allen Pharmakonzernen ähnlich aus: Die Pillen-Manager streichen Stellen und bauen Standorte ab.

Der größte Medikamenten-Hersteller der Welt, Pfizer, etwa streicht seine Forschungsausgaben massiv zusammen. Im kommenden Jahr  will der Konzern für die Erforschung und Entwicklung nur noch 6,5 bis sieben Milliarden Dollar veranschlagen – im vorigen Jahr waren es noch mehr als neun Milliarden Dollar. Das US-Unternehmen schließt acht Fabriken und sechs Forschungsstätten – unter anderem ein großes Forschungszentrum in Großbritannien. In Deutschland ist die Biotechfirma Coley mit 40 Mitarbeitern in Düsseldorf von den Schließungsplänen betroffen.

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Der Schweizer Pharmakonzern Roche musste von einem sinkenden Umsatz berichten. Bereits zuvor hatte das Unternehmen berichtet, 4800 Jobs zu streichen, etwa sechs Prozent der Gesamtbelegschaft. Von den Sparplänen ist der Standort Deutschland allerdings kaum betroffen.

Bei der britischen GlaxoSmithKline reduzierte sich das Ergebnis vor Steuern um 52 Prozent auf 4,5 Milliarden Pfund (5,3 Milliarden Euro). Zum Gewinnrückgang trugen vor allem teure Rechtsstreitigkeiten bei.  GlaxoSmithKline sieht sich zahlreichen Prozessen und Klagen gegenüber – so soll das Diabetes-Mittel Avandia das Herzinfarkt-Risiko steigern. In Deutschland ist das Mittel verboten; die US-Zulassungsbehörde hat den Zugang für Patienten stark eingeschränkt.  Bereits zuvor hatte auch GlaxoSmithKline ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt.

Am besten hat sich noch der Schweizer Novartis-Konzern geschlagen, dem es noch am ehesten gelingt, neue Medikamente auf den Markt zu bringen. Umsatz und Gewinn wuchsen dort zweistellig.    

Doch trotz aller aktuellen Probleme:  Unter dem Strich erwirtschaften die Pharmakonzerne aber noch gute zweistellige Renditen. Davon müssen sie die Entwicklung teurer Medikamente finanzieren. Sicher ist: Die goldenen Zeiten sind für die Branche erstmal vorbei. Die Wachstumsraten werden sich verlangsamen. Roche etwa rechnet nur noch mit einem Wachstum in niedrigen einstelligen Prozentbereich.         

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