Medizintechnik boomt: Deutsche Medizintechnik zeigt Stärke - Seite 2

Medizintechnik boomt: Deutsche Medizintechnik zeigt Stärke

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Der lukrative US-Markt lockt auch die Investoren. Seit einigen Jahren grassiert in der Branche das Übernahmefieber. An der Jagd nach Übernahmemöglichkeiten beteiligen sich nicht nur Branchengrößen wie General Electric (GE) und Johnson & Johnson, sondern auch Finanzinvestoren, die sich schon so manches weitgehend schuldenfinanziertes Übernahmespektakel boten. Ein Ausverkauf der deutschen Medizintechnik blieb dagegen aus. Im Gegenteil: Firmen wie Siemens, Fresenius oder Dräger gehörten selbst zu den Käufern. Woher rührt diese Stärke der deutschen Medizintechnik? „Eine Antwort, die für alle Unternehmen gilt lässt sich kaum finden“, sagt Nikolaus Schumacher, Medizintechnik-Spezialist bei der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Denn das Spektrum der deutschen Medizintechnik ist breit. Es reicht von Konzernen wie Siemens über Mittelständler wie B. Braun bis zur familiengeführten Manufaktur für orthopädische Ersatzteile. Ähnlich zersplittert stellt sich auch der Weltmarkt dar: Selbst die Größten der Branche kommen nur auf einstellige Marktanteile. „Das Erfolgsrezept der Großen besteht in einer Verlängerung der Wertschöpfungskette“, sagt Schumacher. Das heißt: Die Firmen diversifizieren. Der mittelständische Hersteller Fresenius streckte sein Geschäft nach und nach auf den Dienstleistungsbereich aus – erst mit der Übernahme des Dialyse-Geschäfts, zu dem auch der Betrieb von Blutwäschestationen in aller Welt gehört, und dann mit dem Erwerb des Klinik-Betreiber Helios. Siemens kaufte sich mit der Übernahme von Bayer Diagnostics im großen Stil ins Krankenhauslabor ein. Der Erfolg kleinerer Firmen wie Karl Storz oder Otto Bock basiert Schumacher zufolge auf etwas anderem: „Diese Firmen haben ihr Ohr besonders nah am Kunden.“ Das sichere nicht nur die Treue, sondern verhelfe auch zu einer enormen Innovationsfähigkeit: „Nicht selten arbeiten die Entwickler direkt mit Universitätskliniken zusammen.“ Zudem seien viele dieser Spezialisten vorbildlich internationalisiert und in ihrer Nische oft Weltmarktführer. Tatsächlich sucht die Innovationskraft der Branche ihresgleichen. Mehr als die Hälfte der Umsätze der Branche entfällt auf Produkte, die jünger als zwei Jahre sind. Bei den Patentanmeldungen rangiert Deutschland auf Platz zwei, direkt nach den USA, die auch der mit Abstand größte Abnehmer für Medizintechnik sind. Schumacher hält die Branche daher für gut gewappnet. „In jedem Marktsegment ist mindestens ein deutsches Unternehmen unter den Top drei auf dem Weltmarkt.“

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