Mehr als Billy: Neuer Ikea-Chef Ohlsson soll den Möbelriesen aus der Krise führen

Mehr als Billy: Neuer Ikea-Chef Ohlsson soll den Möbelriesen aus der Krise führen

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Der neue Ikea-Ceh Mikael Ohlsson soll den Möbelriesen wieder auf Wachstumskurs bringen.

von Oliver Voß

Er fing als einfacher Teppichverkäufer bei Ikea an. Nach 30 Jahren beim schwedischen Möbelhaus hat es Mikael Ohlsson geschafft. Er wird der neue Ikea-Chef. Seine Mission: Der 51-Jährige muss den Umsatzrückgang stoppen und gleich auch noch einen Strategiewechsel durchziehen.

Mikael Ohlsson hat eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Vor 30 Jahren begann Ohlsson in der Teppichabteilung einer Ikea-Filiale im schwedischen Linköping. Es war eigentlich nur ein Nebenjob für den damals 21-jährigen Ingenieurs- und Marketing-Studenten, der jedoch zum entscheidenden Karriereschritt werden sollte.

Denn heute übernimmt Ohlsson die Führung des bekanntesten Möbelherstellers der Welt. Im April wurde der Wechsel bekannt gegeben, der bisherige Chef Anders Dahlvig hat den Job auf eigenen Wunsch abgegeben.

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Zehn Jahre an der Spitze waren für Dahlvig genug, damit bestätigte er eine Aussage des legendären Ikea-Gründers und Haupteigners Ingvar Kamprad der einmal sagte, der Job sei derart hart, dass man ihn kaum länger als zehn Jahre machen könne.

Kamprad-Söhne dürfen nicht an die Spitze von Ikea

Mit dem Argument, der Job sei zu anstrengend, lehnt es Kamprad auch ab, einem seiner drei Söhne die operative Führung zu überlassen.

Lange war dennoch spekuliert worden, dass Kamprads jüngster Sohn Mathias zum Zuge kommen würde, der jüngst befördert wurde.  

Tatsächlich muss nun aber der 51-jährige Ohlsson Ikea wieder zu Wachstum verhelfen. Der Schwede kennt den Konzern wie kaum ein anderer und hatte schon verschiedene wichtige Positionen inne. Fünf Jahre lang leitete er die Entwicklungsabteilung, zuvor war Ohlsson Länderchef in Belgien und Kanada. Zuletzt war der begeisterte Harley-Davidson Fahrer für das Geschäft in Amerika verantwortlich. 

Ikea steckt in der Krise

Die wirtschaftliche Situation erfordert einen erfahrenen Mann an der Spitze, denn die Zeiten scheinbar grenzenlosen Wachstums sind bei den Schweden vorbei. Ohlssons Vorgänger hatte in zehn Jahren den Umsatz von sieben auf knapp 21 Milliarden Euro gesteigert und die Zahl der Filialen mehr als verdoppelt. Fast 300 Möbelhäuser gibt es weltweit, davon 45 in Deutschland.

Aber in diesem Jahr muss Ikea einen Umsatzrückgang von sieben Prozent hinnehmen, durch 14 neue Märkte und Einsparungen will das Unternehmen trotzdem einen Gewinn erzielen. Genaue Zahlen dazu gibt Ikea grundsätzlich nicht bekannt.

Ohlsson könnte nun einen Strategiewechsel einleiten. Denn in großen Märkten, wie Deutschland, Großbritannien oder Frankreich ist die Filialdichte schon sehr hoch. Die lange erfolgreiche Expansionsstrategie stößt an ihre Grenzen. Im Wachstumsmarkt Russland stoppte Ikea in diesem Jahr Neuinvestitionen: Korruption und Erpressungen hatten den Schweden das Leben schwer gemacht.

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