Menschenrecht Wasser: Der unterschätzte Rohstoff Wasser

Menschenrecht Wasser: Der unterschätzte Rohstoff Wasser

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Erfrischung an der Edersee-Sperrmauer

Überraschend hat die UN ein Menschenrecht auf Wasser festgeschrieben. Schon lange warnen Experten, Wassermangel könnte dramatischere Folgen haben als knapper werdendes Öl. Denn auch die Wirtschaft kommt ohne Wasser nicht aus.

Satellitenaufnahmen von unserem blauen Planeten lassen es absurd erscheinen, dass hier Wasser jemals knapp werden könnte. Schließlich bedeckt es mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche. Doch bei näherem Hinsehen entpuppt sich der vermeintliche Reichtum als trügerisch. Knapp drei Prozent bestehen aus genießbarem Süßwasser – und das ist zum überwiegenden Teil in Gletscher- und Poleis gebunden. Nur 0,65 Prozent stehen unmittelbar in Seen, Flüssen und dem Grundwasser als Rohstoff für Trinkwasser zur Verfügung.

Entsprechend knapp ist Wasser an vielen Orten, geschätzte 884 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Da die Bevölkerungsentwicklung und der zusätzliche immense Bedarf der Wirtschaft das Problem zusätzlich verschärfen, warnen Experten schon länger vor Konflikten um Wasser.

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Sauberes Wasser als Menschenrecht

Nun haben die Vereinten Nationen das Recht auf sauberes Wasser zum Menschenrecht erhoben. Die UN-Vollversammlung verabschiedete am Mittwoch eine entsprechende von Bolivien vorgelegte Resolution mit 122 zu null Stimmen. Allerdings enthielten sich 41 Länder der Stimme, darunter die Vereinigten Staaten und einige andere westliche Länder. Zustimmung kam unter anderem aus Deutschland, Belgien, Italien, Spanien und Norwegen.

Die Mitgliedsstaaten und UN-Organisationen werden aufgefordert, die ärmeren Länder dabei zu unterstützen, sauberes Trinkwasser und sanitäre Anlagen für alle Menschen zur Verfügung zu stellen.

Die Erklärung der Menschenrechte und damit auch der Anspruch auf sauberes Wasser ist völkerrechtlich nicht verbindlich. Einklagbar ist es selbst in den Unterzeichnerstaaten nicht, zu denen alle 192 UN- Mitglieder automatisch mit ihrem Beitritt zählen. Die Verankerung hat aber einen hohen symbolischen Wert und durchaus Einfluss auf die Politik von Staaten und der Vereinten Nationen.

Wasser strategisch wichtiger als Öl

„Wir befinden uns zunehmend in einer weltweiten Wasserkrise. Daher war es höchste Zeit den Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle Menschen auf der Erde in einer UN-Resolution zu verankern“, sagte Dorothea August, WWF-Expertin für Wasserressourcenmanagement. Das Menschenrecht auf sauberes Wasser weltweit sei daher sehr wichtig, dürfe jedoch nur ein erster Schritt sein.

„Wir brauchen völkerrechtlich verbindliche Resolutionen und endlich eine Umsetzung der Internationalen UN-Konvention zu einem grenzübergreifenden Management von Wasserressourcen“, fordert August. Diese UN-Konvention ist als rechtlich bindender Rahmen für die Bewirtschaftung grenzüberschreitender Süßwasservorkommen, wie etwa Flüsse, Seen oder Grundwasser gedacht, wurde allerdings bis heute nicht ratifiziert.

Schon lange warnen Experten, dass die wachsende Wasserknappheit zum Sprengsatz für Wachstum und Wohlstand werden könnte. Denn ob Tourismus, Energieerzeugung, Ernährung oder Produktion – in allen diesen Sektoren geht ohne eine ausreichende Versorgung mit Wasser (fast) nichts. Landwirtschaft und Industrie verbrauchen auf allen Kontinenten mehr als vier Fünftel der jährlichen Mengen, das zeigt die große Abhängigkeit von diesem Lebenselixier. Ohne Wasser gäbe es weder Computerchips und Medikamente noch Papier, Autos, Brot oder Bier. In absehbarer Zeit, prophezeit eine UN-Studie, wird Wasser strategisch bedeutsamer sein als Erdöl.

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