Merckle-Gruppe: HeidelbergCement will Schulden durch Kapitalerhöhung abbauen

Merckle-Gruppe: HeidelbergCement will Schulden durch Kapitalerhöhung abbauen

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Das Werk von HeidelbergCement in Leimen bei Heidelberg

Der hoch verschuldete Baustoffkonzern HeidelbergCement will mit seiner Kapitalerhöhung 2,25 Milliarden Euro einnehmen. Den Erlös will HeidelbergCement für den Abbau der Schulden einsetzen, die aus dem Kauf des britischen Wettbewerbers Hanson stammen.

Die 62,5 Millionen Aktien werden zu einem Preis von 37 Euro je Anteilschein zugeteilt, teilte das Unternehmen heute mit. Sämtliche neuen Aktien seien im Rahmen einer Privatplatzierung platziert worden. Die Bezugsfrist soll vom 24. September bis 7. Oktober laufen. Die im MDax notierte Aktie gab im frühen Handel um 0,39 Prozent auf 43,55 Euro nach und entwickelte sich damit schwächer als der etwas festere Gesamtmarkt.

Vor allem habe es eine große Nachfrage von institutionellen Investoren aus den USA und Großbritannien gegeben, sagte Unternehmenschef Bernd Scheifele. Den Erlös will HeidelbergCement für den Abbau der Schulden von zuletzt 11,3 Milliarden Euro verwenden. Die Schuldenlast stammt überwiegend aus dem 14 Milliarden Euro teuren Kauf des britischen Wettbewerbers Hanson.

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Neben den neuen Aktien wurden 57,2 Millionen Aktien von Altaktionären verkauft. Zu den Altaktionären zählt vor allem der bisher größte Aktionär Ludwig Merckle, Sohn des im Januar verstorbenen Milliardärs Adolf Merckle. Merckle ist derzeit noch mit rund 72 Prozent an dem Baustoffkonzern beteiligt. Nach Abschluss der Aktienplatzierung könnte sich der Streubesitz auf mindestens 70 Prozent erhöhen, hieß es weiter.

Ratiopharm könnte in Teilen verkauft werden

Eine Mitarbeiterin Quelle: dpa/dpaweb

Eine Mitarbeiterin kontrolliert im UlmerWerk von Ratiopharm Tabletten, bevor sie verpackt werden

Bild: dpa/dpaweb

Ein weiteres Unternehmen des Merckle-Imperiums, der Pharmahersteller Ratiopharm, könnte dagegen in mehreren Teilen verkauft werden. Man sei darauf vorbereitet, einzelne Unternehmensteile an unterschiedliche Interessenten abzugeben, wenn sich dadurch bessere Perspektiven für die Veräußerung aller Konzerngesellschaften ergeben würden, teilte die Muttergesellschaft VEM Vermögensverwaltung kürzlich mit.

Der Verkauf der Ratiopharm-Gruppe als Ganzes habe aber weiterhin Priorität. Weil die Abwicklung des Geschäfts sehr komplex sei, werde der Verkauf frühestens im ersten Quartal 2010 abgeschlossen werden. Es gebe eine „hohe Zahl“ von potenziellen Investoren für den Medikamentenhersteller. In Branchenkreisen wird von zwölf bis fünfzehn Interessenten gesprochen. Derzeit würden die Interessenten über die Rahmendaten informiert, Anfang Oktober könnten dann umfassende Verkaufsdokumente verschickt werden.

Die Merckle-Gruppe war Ende 2008 auch durch die Folgen der Finanzkrise und umfangreiche, überwiegend kreditfinanzierte Engagements von Adolf Merckle in eine Schieflage geraten. Firmenmogul Adolf Merckle hatte sich im Januar das Leben genommen, kurz vor seinem Tod aber noch den Kompromiss mit den Banken für die Rettung seiner Unternehmen in die Wege geleitet. Dazu gehört auch der Verkauf von Ratiopharm.

Mehrere Interessenten

Die Gruppe wies 2008 einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro aus. Ratiopharm ist mit Niederlassungen in 18 Ländern Europas und 25 Ländern weltweit vertreten. Die kanadische Ratiopharm-Tochter könnte getrennt von der deutschen Hauptgesellschaft den Besitzer wechseln. Als Hauptinteressent wurde zuletzt die Novartis-Tochter Sandoz genannt. Als Interessenten für Ratiopharm werden in Finanzkreisen außerdem Pharmakonzerne wie Sanofi-Aventis, Pfizer, GlaxoSmithKline, Daiichi Sankyo sowie die Private-Equity-Gesellschaften EQT, Apax und Warburg Pincus gehandelt.

Auch dem weltgrößten Generikahersteller Teva Pharmaceuticals (Israel) wird ein Interesse an Geschäftsteilen in bestimmten Regionen nachgesagt. Daneben hätten auch noch die beiden Generikahersteller Mylan und Watson Interesse an dem Ulmer Unternehmen.

Analysten schätzen den Generikamarkt in Deutschland wegen des Margen- und Preisdrucks durch die Rabattverträge mit den Krankenkassen als eher schwierig ein. Sanofi-Aventis-Finanzvorstand Jerome Contamine hatte im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX Anfang September gesagt, der Generikamarkt in Westeuropa sei nicht sehr attraktiv.

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