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Merkel, Steinmeier oder beide?: Politiker suchen Schuldige für Opel-Desaster

von dlm/AP/dpa/rtr

CDU-Politiker geben Steinmeier die Schuld an dem Rückzieher von General Motors, SPD und Grüne greifen Merkel an. FDP und Linke werfen der alten Regierung als Ganze Versagen vor. Nach dem Opel-Desaster hagelt es von allen Seiten Kritik.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Quelle: AP
Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, rechts, und Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier, SPD, links, warten am Dienstag, 27. Oktober 2009, in Berlin auf ihre Entlassungsurkunden vom Bundespraesidenten. Am Mittwoch, 28. Oktober 2009, werden die neuen Minister vereidigt. (AP Photo/Fabian Bimmer) --- German Chancellor Angela Merkel, right, and German Foreign Minister Frank-Walter Steinmeier, left, wait to receive their dismissal certificates from German President Horst Koehler in Berlin, Tuesday, Oct. 27, 2009. (AP Photo/Fabian Bimmer) Quelle: AP

Die Erkenntnis mag bitter sein, aber die Opel-Rettungsaktion von Bund und Ländern ist gründlich daneben gegangen. Nun beginnen erste Politiker, einen Schuldigen zu suchen.

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Der designierte SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel übt in erster Linie scharfe Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dem Berliner „Tagesspiegel“ sagte er, die Entscheidung von General Motors sei „der Beweis dafür, dass der Einfluss der Kanzlerin in den USA für eine Rede vor dem US-Kongress, aber nicht zum Erhalt von Arbeitsplätzen reicht“. Nun komme der „böse Verdacht“ auf, dass Merkel und ihr damaliger Wirtschaftsminister zu Guttenberg sich vor der Bundestagswahl nicht wirklich für die Rettung von Opel eingesetzt, sondern nur den Anschein erweckt hätten.

Merkel oder Steinmeier?

CDU-Mittelstandsexperte Michael Fuchs dagegen schiebt in der Leipziger Volkszeitung dem früheren SPD-Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier den schwarzen Peter zu: „Es zeigt sich, dass es falsch war, so früh und einseitig auf nur ein Pferd zu setzen, wie es Herr Steinmeier damals getan hat Damit geriet auch die Union unter Zugzwang. Das war ein Fehler.“ So sei es dann auch zur berechtigten Skepsis gegenüber dem Magna-Angebot bei der EU-Kommission gekommen. „Wir hätten uns als Regierung möglichst viele Optionen offen halten müssen“, meinte Fuchs.

Die Grünen werfen Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, bei den Bemühungen zur Opel-Rettung keine Gegenleistungen von der Konzernmutter General Motors (GM) verlangt zu haben. „Merkels Brückenfinanzierungsmodell lieferte die Bundesregierung der Erpressung durch GM aus, ohne ihr wirklichen Einfluss zu sichern“, sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin. Merkel habe hilflos zusehen müssen, wie Entscheidungen an ihr vorbei getroffen worden seien.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.11.2009, 12:28 UhrAnonymer Benutzer: Wolfgang

    So, so, da such diese beiden - Merkel und Steinmeier - wirtschaftpolitischen Ubootfahrer schuldige. Auf die idee, dass sie das ganze vorsätzlich schuldhaft verursacht haben, darauf sind die noch nicht gekommen und werden es wohl auch bis zu ihrem Tode nicht.

  • 05.11.2009, 19:18 UhrAnonymer Benutzer: Nikolaus Bredcinski

    Was soll das Heulen und Zahnelappern? Die an kapitalakkumulation vorrangig orientierte Wirtschaft hat mal wieder gezeigt, wo der Hammer hängt. Mit Politikern verhandeln ja gut, mal sehen. Aber die wirklichen Entscheidungen treffen die mächtigen Wirtschaftsbosse dann doch lieber selber im kleine Kreis. Was soll diese Heuchelei, die Wirtschaft ist ungemein mächtiger als die europäischen Kleinstaaten, Deutschland ist da keine Ausnahme. Das sollte man nicht vergessen.

    Und jetzt geht es für GM vor allem darum, nach dieser starken und machtvollen Vorgabe, flexibel zu reagieren, damit die Politik nicht noch weiter verschreckt wird, um sich die angebotenen Subventionen, die wahrscheinlich schon fest als Einnahme bei GM verbucht sind, zu sichern. Arbeitsplätze erhalten, weitere Konzessionen? Ach, das sind doch Peanuts! Money rules the world, never forget this!

  • 05.11.2009, 19:10 UhrAnonymer Benutzer: Mariposa

    Dieses ekelhafte gegaggere der verantwortlichen Politiker schürt nur wieder die Politikverdrossenheit im Land. Die meisten wußten doch eh schon, dass die vermeintliche "Opel-Rettung" dem Wahlkampf geschuldet war. Jetzt kommt die Realität wieder zu Wort, aber es will ja keiner gewesen sein. Herr Steinmeier ist jetzt in der Opposition und wird den Mund am lautesten aufreißen, egal was die neue Regierung auch tut. Einer der brandstifter schimpft, dass die Feuerwehr mit dem falschen Wasser löscht.

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