Messe: Messebranche rüstet sich für Krise

Messe: Messebranche rüstet sich für Krise

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"Boot" in Düsseldorf: 66 % aller Leitmessen finden in Deutschland statt, doch Konsummessen spüren die Krise

2008 war ein Superjahr für die Messebranche. Doch jetzt ist das Fest vorbei. Wie Deutschlands Messefürsten sich in der Krise für die Zukunft stärken wollen.

Bernd Diederichs geht es so richtig gut. Sein Blick streift vom 23. Stockwerk des Hotels Westin Buckhead in Atlanta über das Gewirr von Hochhäusern und Stadtautobahnen: „2008 war unser bestes Jahr.“ Heute morgen noch hat der Geschäftsführer der Nürnberger Messe ein paar Schritte weiter mit Pomp und viel örtlicher Prominenz die neue Tochtergesellschaft für die USA gegründet. In zwei Monaten soll die erste Messe der Nürnberger in Atlanta starten, eine Spezialschau zum Thema Oberflächentechnik und Lacke. Fast 150 Millionen Euro dürften die Nürnberger im vergangenen Jahr umgesetzt haben, ein Plus von 20 Prozent.

Zufriedenheit herrscht auch bei Deutschlands größter Messegesellschaft in Frankfurt. „2008 brachte uns ein Rekordergebnis“, freut sich Messezar Michael von Zitzewitz. 436 Millionen Euro, sieben Prozent mehr als im vom Messeturnus her vergleichbaren Jahr 2006, haben die Frankfurter umgesetzt, davon über hundert Millionen Euro im Ausland.

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„Den Messegesellschaften geht es gut“, bestätigt Gernot Becker, Chef des Messebauers Mac aus dem rheinland-pfälzischen Langenlonsheim, „deshalb hatten auch wir ein Superjahr.“ Mac gehört mit rund 60 Millionen Euro Jahresumsatz zu den drei größten Messebauern in Deutschland.

Messemacher können sich in Ruhe auf die Rezession vorbereiten

Drei Wachstumsjahre hintereinander, gut gebuchte Hallen und volle Stände in Deutschland, dazu ein wachsendes Geschäft im Ausland – selten war die Branche besser auf einen Abschwung vorbereitet als heute. Während andere Branchen wie Automobilbau oder Logistik schon voll in der Krise stecken, können sich die Messemacher in Ruhe auf die Rezession vorbereiten. „Die Messewirtschaft folgt den Konjunkturzyklen nicht so schnell “, sagt Hans-Joachim Boekstegers, Vorsitzender des Ausstellungs- und Messeausschusses der Deutschen Wirtschaft (AUMA).

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Doch die Messechefs wissen: Spätestens nach der Sommerpause ist auch für sie das Fest vorbei. „Wir hören aus den Marketingabteilungen der Unternehmen von geplanten Budgetkürzungen von 20 Prozent und mehr“, berichtet Standbauer Becker. Und selbst der erfolgsverwöhnte Frankfurter Messechef von Zitzewitz warnt die Branche vor zu viel Optimismus: „Messen sind kein Perpetuum mobile.“ Die ersten Auswirkungen der Krise dürften sich bei den Besucherzahlen zeigen. „Da schickt dann eine Firma nur noch drei statt wie bisher sieben Manager auf die Messe“, malt Nürnbergs Messechef Diederichs das Szenario aus.

Zwar machen die Besuchereinnahmen bei den meisten Veranstaltern weniger als zehn Prozent des Umsatzes aus. Doch die Zahl der Besucher entscheidet mit über die Attraktivität einer Messe: Bleiben die Gäste weg, bröckeln bald danach die Aussteller- » zahlen. Noch kann sich die Branche mit dem Hinweis trösten, dass bei nachlassender Besucherzahl der Anteil der Entscheider zunimmt. Doch jeder in der Branche weiß, dass es nichts Trostloseres gibt als einen Branchentreff mit leeren Gängen.

Einzelne Schauen schwächelten schon im Vorjahr. Die Münchner Systems, die älteste Computermesse in Deutschland, wurde im Herbst während der laufenden Ausstellung für 2009 abgesagt. Fast zur gleichen Zeit enttäuschte in München die Luxusmesse Millionaire Fair, zu der laut Veranstalter nur 14 000 statt der 20 000 erwarteten Besucher kamen. Die Messemarke war zuvor in Städten wie Amsterdam und Moskau ein Renner gewesen.

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