Meteosat: Erfolgreiche Drohung

Meteosat: Erfolgreiche Drohung

von Gerhard Bläske und Rüdiger Kiani-Kreß

Die deutsch-französische krise ist abgewendet. Die Bundesregierung hat ihr Veto gegen die Vergabe des Meteosat-Auftrages an die französische Thales und den Bremer OHB zurückgezogen.

Erfolgreiche Drohung

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Der Wettersatelliten Metop in einer Computerbildsimulation. Metop wird die Satelliten vom Typ Meteosat ergänzen. Der streit um den Meteosat-Auftrag wurde abgewendet.

Am vorigen Montag hatte das Warten endlich ein Ende. Die Bundesregierung zog ihr Veto zurück gegen die Vergabe des 1,5-Milliarden-Euro-Auftrags für die sechs europäischen Meteosat-Wettersatelliten an ein Konsortium aus der französischen Thales und dem Bremer Anbieter OHB. Der Streit um die prestigeträchtige Rolle des Hauptauftragnehmers entzweite das Bundes-kabinett und hätte fast eine deutsch-französische Krise heraufbeschworen.

Ursprünglich wollte Berlin in jedem Fall, dass die Systemführerschaft bei einem deutschen Unternehmen liege, stimmte beim Start des Vergabeverfahrens im September 2008 aber trotzdem für eine offene Ausschreibung, bei der das günstigere Angebot gewinnen sollte. Als im März die europäische Raumfahrtagentur ESA Thales/OHB den Zuschlag gab, begrüßte dies das deutsche Wirtschaftsministerium, weil das OHB viele wertvolle Arbeiten sicherte.

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Doch das zuständige Bundesverkehrsministerium verlangte die Vergabe an die EADS-Tochter Astrium, weil nur das eine deutsche Systemführerschaft sichere. Deutschland, hieß es im Ministerium, zahle den größten Teil des Projekts. Zudem habe es bei der ESA in Paris Mauscheleien gegeben. „Wir haben noch offene Fragen, die geklärt werden müssen“, drohte Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle. Daraufhin prüfte ein Sondergremium das Verfahren und kam zum Schluss, trotz gewisser Mängel sei alles korrekt verlaufen. Doch Scheuerle wollte das nicht akzeptieren.

Das war aus deutscher Sicht eine gute Tat, denn die Drohung, das ganze Projekt zu kippen, bewegte die Franzosen zu Konzessionen. „Die neue Arbeitsverteilung ist eine deutliche Verbesserung“, sagt Johann-Dietrich Wörner, Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Denn sowohl OHB als auch Astrium Deutschland bekommen nun einen deutlich größeren -Anteil am Projekt als bisher.

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