Metro-Beteiligung: Großaktionär Haniel will bei Metro umschichten

Metro-Beteiligung: Großaktionär Haniel will bei Metro umschichten

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Eckhard Cordes

von Henryk Hielscher

Die Spekulationen um die Zukunft von Metro-Konzernchef Eckhard Cordes überdecken: Großaktionär Haniel will seine Unternehmensbeteiligungen umbauen.

Alle Dementis verpufften, alle Treueschwüre halfen nichts – nun versucht sich Eckhard Cordes, Chef des Handelskonzerns Metro, in Ironie: Demnächst, so Cordes, würde er seinen Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Kluge mit lautstarkem Knurren und Bellen begrüßen. Der animalischen Ankündigung vorangegangen war ein Medienbericht, der die Beziehung des Duos als Machtkampf der „Alpha-Rüden“ beschrieb.

Schon seit Wochen wird über das vermeintlich gestörte Verhältnis zwischen Cordes und Kluge spekuliert, der beim Metro-Großaktionär Haniel das Sagen hat. Gerüchte über einen baldigen Abgang von Cordes machten die Runde. Cordes, zunehmend genervt von der Debatte, wiegelt ab: Freunde wie Feinde müssten ihn auch im kommenden Jahr ertragen. Und auch Kluge gab per Interview zu Protokoll: „Als Aufsichtsratschef wünsche und erwarte ich, dass Herr Cordes bis zum Ende seines Vertrages im Oktober 2012 seiner Verantwortung nachkommt.“

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Man mag den Worten der Metro-Granden Glauben schenken oder sie als Nebelkerzen werten. Fakt ist, ein Wechsel an der Spitze des Handelsriesen käme dem Großaktionär, der Industriellenfamilie Haniel, derzeit höchst ungelegen. Metro steckt in einem tiefen Umbau, Alternativen an der Konzernspitze sind rar. Vor allem aber deuten sich Veränderungen in der Portfoliopolitik von Haniel an. Seine Aufgabe sei, so Kluge gegenüber der WirtschaftsWoche, „das aktuelle Portfolio laufend und ohne Tabus“ zu bewerten. „Für die zukünftige Ausrichtung wünschen wir uns eine stärkere Ausgewogenheit im Portfolio.“

Die Botschaft der verklausulierten Nachricht ist Haniel-Insidern längst klar: Kluge erwägt, kleinere Pakete an Metro und größere am Pharmagroßhändler Celesio zu verkaufen. Verunsicherung über die Strategie in den beiden wichtigsten Haniel-Beteiligungen oder gar ein Führungsvakuum wären da nicht hilfreich.

Ein Machtblock weniger

In der Düsseldorfer Metro-Zentrale herrscht ohnehin Aufregung genug, seit Cordes das Konzernumbauprogramm „Shape 2012“ startete. Mitarbeiter witzeln bereits darüber, dass das Projekt besser „Shave 2012“ heißen sollte, so gründlich habe Cordes den Handelskonzern rasiert.

Tatsächlich ließ der Ex-Daimler-Manager vor allem einen Machtblock der alten Metro schleifen: Er löste die konzernweit agierende Einkaufsgesellschaft Metro Group Buying auf. Zudem tauschte er in einem rasenden Personalkarussell wichtige Köpfe der Führungsmannschaft aus.

Roland Weise, Chef der Metro-Elektronikhandelstöchter Media Markt und Saturn und der jüngster Abgang, räumt zum Jahresende seinen Posten. Dem Vernehmen nach wurde ihm die zögerliche Expansion außerhalb Europas sowie der schleppende Einstieg ins Internet-Geschäft zum Verhängnis. Die Aufholjagd könnte nun teurer werden als erwartet.

Der bisherige Sanierungsfall Real scheint sich hingegen zu berappeln. Ob die Kette verkauft wird oder Teil des Konzerns bleibt, will der Vorstand Anfang 2011 entscheiden. Auch einen Verkauf der Metro-Immobilien halten Analysten für denkbar. Schließlich könnten die Erlöse an die Metro-Aktionäre ausgekehrt werden, etwa als Sonderdividende. Geld, für das Haniel-Chef Kluge Verwendung hätte.

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