Metro-Gruppe: Cordes Machtkampf um Media-Saturn

Metro-Gruppe: Cordes Machtkampf um Media-Saturn

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Der Vorstandsvorsitzende der Metro Group, Eckhard Cordes

von Henryk Hielscher

Metro-Chef Eckhard Cordes ist ein strenger Vater. Bei seiner widerspenstigen Elektronik-Tochter Media-Saturn scheinen seine Erziehungskünste bisher jedoch zu versagen.

Seine Diagnose war klar: Das "süße Gift des Erfolgs" habe sich bei den Elektroniktöchtern Media Markt und Saturn ausgebreitet, ließ Metro-Chef Eckhard Cordes seine Führungs- crew schon vor geraumer Zeit wissen. Soll heißen: Die Konzerntöchter sind zu selbstzufrieden und träge geworden.

Allein, auch Cordes’ Gegenmittel erwiesen sich bisher als wenig tauglich. Der Manager hatte einen Machtkampf angezettelt, wie er in der deutschen Wirtschaft nur selten anzutreffen ist. Über eine Beiratskonstruktion versuchte er, die Vetorechte der Gründer, die noch immer knapp 25 Prozent an Media-Saturn halten, auszuhebeln und so den widerspenstigen Elektrohändler zu zähmen. Gebracht hat der Vorstoß wenig. Mitgründer Erich Kellerhals, der ob der cordesschen Volte bereits sein "Lebenswerk" bedroht sah, klagte und errang einen Teilerfolg. Das Landgericht Ingolstadt ließ vergangene Woche erkennen, dass Metro bei Media-Saturn vorerst wohl nicht durchregieren darf.

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Gravierende Probleme und flaue Perspektiven

Dennoch könnte sich der Streit als heilsam erweisen, wirft er doch ein Schlaglicht auf tiefer liegende Schwierigkeiten bei Media-Saturn – und auf die des Mehrheitseigners Metro. Den Einstieg ins Online-Geschäft verschlief das frühere Management unter Kellerhals-Intimus Roland Weise, die nun gestartete Aufholjagd wird teuer. Zugleich schwächelt das stationäre Geschäft. Stößt der einstige Wachstumsstar in den etablierten Märkten an seine Grenzen?

Die Frage stellt sich längst nicht nur für Media-Saturn. Alle Deutschlandableger des Konzerns kämpfen mit teils gravierenden Problemen, zumindest aber flauen Perspektiven. Demnächst muss Konzernchef Cordes eine Lösung für die Wachstumsbremser präsentieren. Schließlich hängt auch seine eigene Zukunft am Erfolg der Baustellenmission.

Galeria Kaufhof

Vor allem bei der Warenhaustochter steht Cordes unter Lieferdruck. Schon seit Jahren ist Kaufhof für ihn kein strategisches Geschäftsfeld mehr. Sprich: Der Laden soll verkauft werden. Mehrfach zirkulierten in der Branche Namen möglicher Kaufkandidaten, Cordes selbst legte sich gar öffentlich auf einen Preis von zwei bis drei Milliarden Euro fest. Doch verliefen alle Bemühungen im Sande. Nun könnte Cordes einen neuen Anlauf starten. Banker "bescheinigen uns, dass Kaufhof jetzt einen Reifegrad erreicht habe, der die Kette börsenfähig mache“, gab er jüngst zu Protokoll. Er habe damit aber keine Eile: "Denn der Kaufhof verdient gutes Geld, in jedem Jahr übrigens mehr."

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