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Metro-Konzern: Kein Cash mehr von Media-Saturn

von Christoph Schlautmann Quelle: Handelsblatt Online

Gesellschafter Kellerhals stichelt weiter gegen Großaktionär Metro. Jetzt will er seine Zustimmung zum Cash Pooling verweigern und verhindern, dass Einnahmen von Media-Saturn von Metro-Töchtern genutzt werden können.

Das Logo der Handelskette Quelle: dapd
Das Logo der Handelskette Metro Quelle: dapd

Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals holt erneut zu einem Schlag gegen seinen Mitgesellschafter Metro aus. Wie das Handelsblatt aus Eigentümerkreisen des größten europäischen Elektronikhändlers (21 Milliarden Euro Umsatz) erfuhr, will der 71-Jährige am Montag auf der Gesellschafterversammlung das Cash-Pooling mit den Metro-Töchtern Real, Kaufhof und Cash & Carry beenden.

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Cash-Pooling bedeutet, dass die Metro-Töchter wie andere Großunternehmen auch ihre überschüssige Liquidität bislang von einem hauseigenen Treasurer verwalten ließen. Der sorgte dafür, dass die Tageseinnahmen der Fachmärkte meist kurzfristig von Schwesterfirmen genutzt werden konnten, ohne dass diese auf teure Bank-Kreditlinien zurückgreifen mussten. Für die eingezahlten Gelder erhielt Media-Saturn eine Verzinsung leicht über dem Marktniveau und zusätzliche Bankgarantien.

Kellerhals will nicht mehr

Doch damit soll – zumindest bei Media-Saturn – nun Schluss sein. „Kellerhals will nicht mehr“, heißt es bei der Metro in Düsseldorf, und er dürfte sich damit am Ende wohl durchsetzen. Zwar hält Kellerhals nur 22 Prozent der Gesellschafteranteile, für eine Vertragsverlängerung aber müssten laut Satzung 80 Prozent der Stimmrechte zusammenkommen.

Der Fachmarktgründer, der sich auf Anfrage zu dem Vorgang nicht äußern will, nimmt dabei sogar einen Konflikt mit dem eigenen Unternehmen in Kauf. Die Geschäftsführung in Ingolstadt hatte sich in den vorbereitenden Unterlagen zur Gesellschafterversammlung noch für eine turnusgemäße Verlängerung des Cash-Poolings ausgesprochen. Ein Media-Saturn-Sprecher wollte sich dazu gestern nicht äußern.

Machtkampf mit Cordes

Hintergrund ist der Machtkampf zwischen Mehrheitseigner Metro und dem Minderheitsgesellschafter aus Salzburg, der schon seit Monaten die Gerichte beschäftigt. Während Metro-Vorstandschef Eckhard Cordes die umfangreichen Veto-Rechte von Kellerhals beschneiden will, versucht dieser seinerseits, den Düsseldorfer Konzernchef zu demontieren. Wohl im Oktober fällt die Entscheidung, ob der Vorstandsvertrag von Cordes verlängert wird. Kellerhals will das verhindern.

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