Metro: Real-Chef Saveuse: "Tendenziell steigen die Preise"

Metro: Real-Chef Saveuse: "Tendenziell steigen die Preise"

von Henryk Hielscher

Steigende Kosten für Agrarrohstoffe, Energie- und Personal werden im Einzelhandel zu weiteren Preissteigerungen führen, erwartet Deutschlands größter Handelskonzern Metro. Den Real-Märkten bescheinigte Metro-Einkaufsvorstand Joël Saveuse ein fantastisches Jahr 2010.

„Tendenziell steigen die Preise. Textilien sind zurzeit besonders betroffen, aber auch bei Lebensmitteln bleibt der Druck hoch“, sagte der zuständige Metro-Vorstand Joël Saveuse der WirtschaftsWoche. Hierzulande bleibe der Preisanstieg insgesamt aber überschaubar. „Wir erwarten dieses Jahr rund zwei Prozent Inflation in Deutschland“, sagte Saveuse.

Um die Beschaffungskosten zu senken und die Qualität der Waren zu erhöhen, will der Konzern in einzelnen Sortimentsbereichen künftig auf Importeure und Zwischenhändler verzichten. Saveuse: „Wir werden in Zukunft alle so genannten ultrafrischen Produkte, also Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch, direkt einkaufen. Im ersten Schritt bauen wir dazu ein Netz von fünf zentralen Beschaffungsstandorten auf, die den Einkauf bestimmter Produktgruppen an insgesamt 13 Orten weltweit – von Südamerika bis Ozeanien – steuern sollen. Vier dieser Einkaufsbüros haben wir bereits eröffnet.“ Vom spanischen Valencia aus würden nun beispielsweise alle Zitrusfrüchte für Vertriebslinien wie die Großmarktsparte Cash & Carry und die SB-Warenhauskette Real eingekauft.

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Mit dem Sortimentsbereich Ultra-frisch erzielt Metro in Deutschland rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes, in Frankreich sind es rund 23 Prozent.

"Fantastisches Jahr" im Ausland, gute Entwicklung im Deutschlandgeschäft

Die Chancen auf einen Verbleib der SB-Warenhauskette Real im Düsseldorfer Metro-Konzern steigen. „Wir sind sehr zufrieden mit Real“, sagte Saveuse. „Die Entwicklung in Deutschland kann sich sehen lassen, und im internationalen Geschäft haben wir ein fantastisches Jahr erlebt. Das erste Mal in der Geschichte von Real haben 2010 alle Landesgesellschaften schwarze Zahlen geschrieben“, sagte Saveuse dem Magazin.

Konkrete Aussagen über die Zukunft von Real sollen im Frühjahr folgen. Metro hatte 2008 erklärt, Ziel sei es, die Geschäftsentwicklung bei Real bis 2010 zu steigern, andernfalls sei ein Verkauf möglich. Saveuse: „Wir haben nur gesagt, dass wir mittelfristig eine Rendite von zwei bis drei Prozent anstreben. Ich glaube, dieses Ziel ist erreichbar, wir marschieren ja bereits in diese Richtung.“ Spekulationen um weitere Standortschließungen in Deutschland erteilte Saveuse eine Absage: „Wir haben derzeit keine konkreten Schließungsabsichten, weder für Real noch für die Metro-Großmärkte.“

Die Kette verfügte Ende 2010 über insgesamt 429 Märkte in sechs Ländern und erzielte 2010 einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro. In Deutschland gibt es rund 320 Real-Märkte.

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