Microsoft : Technologischer Schub für Windows-Riesen

Microsoft : Technologischer Schub für Windows-Riesen

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A file handout picture dated 29 January 2008 shows sixteen aerialists perform as a live Human Billboard, launching the release of Microsoft Windows Vista and 2007 Microsoft Office by creating the two Microsoft icons seven stories above the ground in New York, New York, USA. US software giant Microsoft, producer of the Windows computer operating system, said 01 February 2008 it plans to buy internet firm Yahoo! EPA/KEITH BEDFORD/HANDOUT EDITORIAL USE ONLY (c) dpa - Bildfunk

Microsofts verkündete Offerte für Yahoo von rund 44,6 Milliarden Dollar überrascht allenfalls in der Höhe. Spätestens seit Yahoo-Gründer Jerry Yang in dieser Woche einen weiteren Gewinnweinbruch verkünden musste war klar: Der einstige Shooting Star der ersten Online-Welle ist sturmreif. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Kuhn.

Mit 31 Dollar je Aktie bietet Microsoft-Chef Steve Ballmer immerhin einen Aufschlag von 62 Prozent zum gestrigen Yahoo-Schlusskurs.

Und nicht nur die Yahoo-Aktionäre, auch Gründer Yang wäre gut beraten, den Zusammenschluss mit dem Windows-Riesen aus Redmond nun endlich über die Bühne zu bringen. Schließlich verhandelten beide Seiten bereits im Mai vergangenen Jahres über eine Liaison – wenn auch damals noch ohne Erfolg.

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Inzwischen hat sich die Wettbewerbslage im Internetgeschäft für Microsoft und Yahoo nicht gerade verbessert. Online-Primus Google enteilt den Verfolgern immer weiter und gewinnt mit der Übernahme des Werbevermarkters Doubleclick noch zusätzlich an Gewicht. Gegen diese Übermacht haben die Google-Konkurrenten bestenfalls gemeinsam noch eine Chance.

Dazu kommt, dass die angestrebte Übernahme auch im Interesse der Web-Werbekunden und – insbesondere – der Internetnutzer selbst liegt. Schon jetzt entwickeln sich bei bestimmten Werbeformaten fast monopolistische Verhältnisse. Da tut ein (möglichst) starker Google-Konkurrent Anbieter mehr als Not.

Und auch dem Suchenden im Web könnte ein erstarkender Google-Konkurrent – geführt von den innovativsten Such-Spezialisten bei Yahoo und Microsofts Live-Search – nur dienen. Zwar sorgt Google mit einem steten Strom neuer Angebote (einschließlich der angekündigten Handy-Softwareplatform Android) für Bewegung im Markt.

Der Zuwachs in der Qualität der Suche, die Innovationskraft in der Recherche und der Auswahl der vom Nutzer gesuchten Informationen, hält da aber schon lange nicht mehr mit. Seit Jahren beschleunigt Google zwar die Suche und vergrößert fortlaufend die Indizes, wirkliche Technologiesprünge (wie einst durch die Einführung von Googles Page-Rank-Konzept) erlebt der Nutzer seit Jahren nicht mehr.

Hier könnte ein vereinter Suchriese aus Microsoft und Yahoo dem Markt endlich wieder neuen technologischen Schub geben. Gelänge das, wären die Milliarden, die Microsoft nun aufwenden will, schon in ein paar Quartalen refinanziert.

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