Militärtransporter: Airbus droht mit dem Aus für den A400M

Militärtransporter: Airbus droht mit dem Aus für den A400M

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Der Militärtransporter A400M von Airbus bei seiner Vorstellung im spanischen Sevilla

von Rüdiger Kiani-Kreß

Rüstungskreisen zufolge droht Airbus allen Dementis zum Trotz dem Bund mit dem Projektende für den Militärtransporter A400M. Nach einer internen Studie käme das billiger als ein Weiterbau ohne Konzessionen.

Der Flugzeughersteller Airbus erhöht den Druck auf die Bundesregierung, endlich finanzielle Konzessionen beim Militärtransporter A400M zu machen. Wie die WirtschaftsWoche aus Berliner Rüstungskreisen erfuhr, hat Airbus-Chef Thomas Enders entgegen aller Dementis des Airbus-Mutterkonzerns EADS am Vorabend eines Treffens der Staatssekretäre der Abnehmerländer offen mit der Einstellung des Projekts gedroht.

Dabei beruft sich Enders auf eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers im Auftrag der europäischen Rüstungsbeschaffungsbehörde Occar. Danach wäre eine Einstellung des Projekts für Airbus billiger, als das Flugzeug ohne finanzielle Konzessionen der Auftragsländer weiterzubauen. Dabei kommt es vor allem auf das Verhalten der Bundesregierung an. Bislang hatte Deutschland als einziges der sieben Auftraggeberländer Zugeständnisse in Form höherer Preise oder anderer Hilfen rigoros abgelehnt. „Enders hat zu verstehen gegeben, dass er ohne ein Entgegenkommen im Wert von mindestens fünf Milliarden Euro das Projekt kippen wird und den Regierungen die bereits gezahlten Gelder in Höhe von sechs Milliarden zurückzahlt“, heißt es in den Kreisen. „Ansonsten binde der A400M zu viele Ressourcen bei Airbus und schränke die Handlungsfähigkeit des Unternehmens bei anderen Flugzeuge wie dem Großraumflugzeug A350 und dem Nachfolger des Mittelstreckenflugzeugs A320 zu stark ein.“

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Airbus drängt den Rüstungskreisen zufolge auf eine Klärung der Frage noch vor Weihnachten. Das Unternehmen verweist darauf, dass es die notwendigen Hausaufgaben gemacht hat, der Erstflug unmittelbar bevorstehe und zwei weitere Maschinen in Sevilla bereits fertig montiert seien.

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