Milliarden-Deal: Microsoft will Yahoo kaufen - nach jahrelangem Warten

Milliarden-Deal: Microsoft will Yahoo kaufen - nach jahrelangem Warten

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Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft will das schwächelnde Online-Unternehmen Yahoo für 44,6 Milliarden Dollar (knapp 30 Milliarden Euro) übernehmen

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft will das schwächelnde Online-Unternehmen Yahoo für 44,6 Milliarden Dollar (knapp 30 Milliarden Euro) übernehmen. Offenbar riß Microsoft-Chef Ballmer nun die Geduld: In einem scharf formulierten Brief gab er zu, dass sich Microsoft bereits seit zwei Jahren um eine Kooperation mit Yahoo bemüht.

Der von der "Financial Times" im Internet veröffentlichte Brief, mit dem Microsoft-Chef Steve Ballmer gestern seine Übernahmeabsichten für Yahoo begründete, hat es in sich: In den ersten Absätzen spricht Ballmer von einer "sehr attraktiven Investitionsgelegenheit für Yahoo-Aktionäre." Und das dürfte soweit auch stimmen: Microsoft bietet nach eigenen Angaben von heute 31 Dollar pro Yahoo-Aktie, was einen Aufschlag von 62 Prozent auf den Schlusskurs von gestern bedeutet.

Doch im vierten Absatz verschärft sich Ballmers Ton deutlich: Zunächst schreibt er davon, dass Microsoft weiterhin der Ansicht sei, dass eine "Kombination von Microsoft und Yahoo der beste Weg ist, den Aktionären beider Unternehmen größtmögliche Wertsteigerung zu bieten." Bereits Ende 2006 und Anfang 2007 hätten beide Unternehmen gemeinsam eine "große Bandbreite von Wegen" untersucht, wie beide Unternehmen zusammenarbeiten könnten. 

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"Wir diskutierten eine Reihe von Alternativen, die von einer wirtschaftlichen Kooperation bis zu einer Übernahme reichten, welche von Yahoo abgelehnt wurde", schreibt Ballmer weiter. "Eine Kooperation mag zum damaligen Zeitpunkt Sinn gehabt haben. Doch nun glaubt Microsoft, dass jetzt die einzige Alternative ein Zusammengehen von Microsoft und Yahoo ist, wie wir es vorgeschlagen haben."

Im Februar 2007 habe er, so schreibt Ballmer,  einen Brief vom Yahoo-Vorstandsvorsitzenden erhalten, der klarstellte, dass aus Sicht der Aktionäre jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für Übernahmediskussionen sei. Nun "ist ein Jahr vergangen, und die Wettbewerbssituation [von Yahoo] hat sich nicht verändert."

Microsoft erwartet bei einem Zusammenschluss mit Yahoo Kosteneinsparungen von rund einer Milliarde Dollar. Ballmer geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Yahoo-Verwaltungsrat seine bisherige Haltung überdenken wird.

Microsoft behalte sich zugleich das Recht vor, alle notwendigen Schritte einzuleiten, um den Aktionären des Online-Unternehmens die Möglichkeit zu eröffnen, den Wert der Offerte zu erkennen. Damit schloss er indirekt einen feindlichen Übernahmeversuch nicht aus. Der Softwarekonzern rechnet nicht mit kartellrechtlichen Problemen und möchte die Übernahme in der zweiten Hälfte 2008 abschließen.

Yahoo gilt seit geraumer Zeit als Übernahmekandidat. Das Onlineunternehmen war zwar bald nach der Gründung durch Jerry Yang und seinen Kommilitonen David Filo im Jahr 1995 die Nummer eins im Internet. Inzwischen aber ist Yahoo bei den Werbeeinnahmen längst von Google überholt.

Google nimmt in zwei Monaten so viel Geld ein wie Yahoo in einem ganzen Jahr. Seit dem Amtsantritt Yangs als Vorstandschef im vergangenen Jahr ist die Yahoo-Aktie an der Börse um 18 Prozent gesunken, während Google im gleichen Zeitraum um 21 Prozent gestiegen ist. Erst diese Woche hatte Yahoo einen massiven Gewinneinbruch im vierten Quartal bekanntgegeben und angekündigt, rund 1.000 Stellen zu streichen. Das sind sieben Prozent der bislang 14.300 Beschäftigten

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