Milliarden verzockt: Banker uneins über die Folgen des UBS-Skandals

Milliarden verzockt: Banker uneins über die Folgen des UBS-Skandals

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Bei der UBS hat ein Mitarbeiter 2,3 Milliarden Euro verzockt. Wie das passieren konnte ist immernoch ein Rätsel.

von Cornelius Welp

Bei den Bankern auf der IWF-Jahrestagung herrscht Fassungslosigkeit über den Handelsskandal bei der UBS. Wie es dazu kommen konnte, ist noch unklar. Einig sind sich aber alle, dass so etwas nicht nochmal passieren darf.

Auch nach zehn Tagen hat sich die Aufregung um den Handelsskandal, bei dem ein einzelner Mitarbeiter der UBS einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar verlor, nicht gelegt. Auch bei den Bankern am Rande der Weltbanktagung ist das ein beherrschendes Thema. Die meisten sind nach wie vor fassungslos. Unklar ist immer noch, wie es dazu kommen konnte. Gab es für die Mitarbeiter der “Delta 1”-Abteilung keine klare Zuordnung im Risikomanagement, wie ein Banker vermutet? Jedenfalls sind sich alle einig, dass so etwas nicht passieren darf, meinten, dass es auch nicht mehr hätte passieren können und rätseln, wie es dennoch passieren konnte. Und das auch noch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, da bei den Regulierern gerade wieder die Diskussion um eine Trennung von Investmentbanking und Privatkundengeschäft begonnen hat.

Weber verweigert jede Auskunft

Klar ist, dass die Branche Lehren aus dem Vorfall ziehen muss. Dabei ist vor allem Auffällig, dass der UBS-Händler genau so wie seine bekannten Vorläufer zunächst im sogenannten Back-Office arbeitete, bevor er in den Handelssaal wechselte. “Das sollte man künftig innerhalb einer Bank verbieten”, sagt ein Banker. Ein anderer meint, dass die Angestellten im Risikomanagement künftig die gleichen Verdienstmöglichkeiten haben müssten wie die im Handel.

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Einer, der zu all dem sicher viel zu sagen hätte, sagt nichts. Der frühere Bundesbankpräsident Axel Weber, der 2013 als Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank anfangen soll, verweigert jede Auskunft. Weber ist ein entspannter und aktiver Teilnehmer der Veranstaltung. Am Freitagabend fährt er bei einer Bootsfahrt mit, bei der er in bester Stimmung mit dem Aufsichtsratschef der Commerzbank Klaus-Peter Müller zum “Du” übergeht. Für den Bankenverband IIF moderiert er souverän eine Veranstaltung zur Schuldenkrise.

Er soll in intensivem Kontakt mit den Verantwortlichen der UBS stehen, heißt es. Ob er jedoch seinen Amtsantritt vorzieht, wie teilweise gefordert, ist unklar. Genauso wie die Frage, wie deren künftiger Chef, der Nachfolger des zurückgetretenen Oswald Grübel, heißen wird. Interimschef Sergio Ermotti sei vermutlich auch ein Interimschef, heißt es. Jedenfalls gibt es noch mehr Kandidaten. Grübels Schritt hält keiner für falsch. Denn einer musste schließlich die Verantwortung übernehmen.

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