Mindestlohn-Entscheidung: Für Post-Konkurrenten zählt Jammern jetzt nicht mehr - Seite 2

Mindestlohn-Entscheidung: Für Post-Konkurrenten zählt Jammern jetzt nicht mehr

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Der gekippte Mindestlohn wird nun aber auch das Jammern über ungleiche Wettbewerbsbedingungen beenden müssen. Bislang haben einige Post-Konkurrenten ihre Qualitätsmängel und schlechte Betriebsergebnisse gerne hinter den Markthürden versteckt. In Wahrheit lagen dahinter aber auch eklatante Managementfehler und Meinungsdifferenzen in der Branche. Eine schlagkräftige Allianz, die bundesweite Zustellung innerhalb von 24 Stunden ermöglicht, scheiterte bislang oft auch an unterschiedlichen Konzepten und Eitelkeiten. Erst diese Woche startete die Mail Alliance aus TNT, Pin Mail, Holtzbrinck und Madsack ihr Gemeinschaftsunternehmen. Die Zustellgruppe P2 bleibt aber wegen unterschiedlicher Auffassung weiterhin außen vor, obwohl sie eine Stärkung der Allianz bedeuten würde.

Leistungsanreize sollten Lohndumping verhindern

Die Kritik eines Lohndumpings ist außerdem ernst zu nehmen. Nicht die Abschaffung eines Mindestlohnes kann das Ziel sein, sondern die Angemessenheit. 7,50 Euro pro Stunde, gepaart mit Leistungsanreizen wie sie Pin anstrebt, scheinen eine vernünftige Lösung zu sein. Möglich wäre auch, regionale Faktoren zu berücksichtigen. Ein Zusteller in München etwa würde mehr verdienen als ein Briefträger auf dem Land, weil die Lebenshaltungskosten unterschiedlich hoch sind. Der Ball geht damit wieder zurück an die Politik. Sie kann im Rahmen des Entsendegesetzes einen neuen Branchenmindestlohn beschließen. Aber bitte mit Bedacht. Denn Wettbewerb schafft neue Arbeitsplätze und senkt die Preise. In beiden Bereichen ist noch Spielraum.

15 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.01.2010, 10:58 UhrAnonymer Benutzer: Kurzarbeiter

    Sozial ist was Arbeitsplätze schafft, auch wenn man nicht davon leben kann. Das ist die Logik der neoliberalen Clique. Es wird endlich Zeit, daß die Löhne noch weiter sinken. irgendwann können wir dann mit China noch besser konkirrieren.
    Selstamerweise sind nur in D die Rahmenbedingungen für Leiharbeiter so miserabel. in Austria, Frankreich, Schweden etc. NiCHT. Das sollte zu ddenken geben. Lohndumping ist politisch gewollt.

  • 29.01.2010, 23:49 UhrAnonymer Benutzer: fiddel

    Von wegen 8,50 Eur/h plus Leistungsprämie, so das ein Zusteller weiterhin auf 9,80 Eur/h kommen kann! Der ach so tolle Dr. Stirl hat doch schon seit Monaten das neue Lohnmodell in der Schublade liegen. 7,60 Eur/h plus 150 Eur Anwesenheitsprämie pro Monat, von der für jeden Tag an dem ein Zusteller krank geschrieben ist 10,00 Eur abgezogen werden. Demnach wären es höchstens 8,50 Eur/h. Aber auch nur wenn man gesund bleibt, und das bei einer Tätigkeit, die bei Wind und Wetter ausgeführt wird.

  • 29.01.2010, 22:59 UhrAnonymer Benutzer: WiWo

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