Mineralölkonzerne: Tankstellenketten fallen bei Verbrauchern in Ungnade

kolumneMineralölkonzerne: Tankstellenketten fallen bei Verbrauchern in Ungnade

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Umrüstung einer BP-Tankstelle zu Aral

Kolumne

Die Mineralölbranche steht in Deutschland traditionell in der Kritik – dies spiegelt sich auch im Image der Tankstellenketten wider. Nach der Veröffentlichung einer Untersuchung des Bundeskartellamts verschärft sich die Situation, schreibt Holger Geißler von YouGov.

Man kann den großen Mineralölkonzernen viel vorwerfen, doch leicht haben sie es nicht in Deutschland. Fast ununterbrochen sind die verschiedenen Anbieter scharfer Kritik ausgesetzt. Egal ob mächtige Automobilclubs wie der ADAC, die Politik oder auch die Medien: Die Branche eignet sich fast immer als Sündenbock. Auch der Mineralölverband, der seit einiger Zeit um positive Nachrichten bemüht ist, kann dem nicht viel entgegensetzen.

Die immer neuen Vorwürfe und Diskussionen lassen die deutschen Verbraucher offensichtlich nicht unberührt: Wie eine Imageanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex zeigt, haben sich die Beliebtheitswerte der verschiedenen Tankstellenketten in den vergangenen zwei Jahren recht turbulent entwickelt.

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Bericht des Kartellamts schadet dem Image weiter

Ganz aktuell sacken die Imagewerte einiger Marken sogar sehr stark ab: So hat etwa Aral in den vergangenen Tagen auffallend deutlich an Beliebtheit verloren und erreicht aktuell nur noch einen Imagewert von -1,4 BrandIndex-Punkten – der bislang niedrigste Stand in diesem Jahr. Der Grund für die deutlichen Imageverluste nahezu aller Ketten dürfte ein Bericht des Bundeskartellamts sein, wonach die Marktmacht der großen Tankstellenketten ein Grund für hohe Benzinpreise sein soll.

Gerade Aral hatte in der Vergangenheit ohnehin bereits unter Imageverlusten zu leiden, da die  Verbraucher die Marke im Rahmen der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko mit dem Mutterkonzern BP in Verbindung brachten. Andere Ketten schneiden im Markenranking aktuell aber noch wesentlich schlechter ab: So erreichen Total und Esso einen sehr schwachen Imagewert von -25 BrandIndex-Punkten. Shell positioniert sich derzeit etwas stärker, bewegt sich jedoch auch im negativen Bereich. Die stärkste und beliebteste Marke ist bereits seit einiger Zeit Jet.

So lange der Spritpreis hoch ist, bleibt das Image niedrig

Geschwächt waren die verschiedenen Tankstellenketten bereits nach der Einführung des neuen Treibstoffs E10. Die Diskussion um die Verträglichkeit des neuen Sprits und eine mangelhafte Kommunikation brachten der gesamten Branche im März erhebliche Vertrauensverluste ein. Nach dem neuerlichen Imageeinbruch dürfte es lange dauern, bis sich die Meinung der Verbraucher wieder grundlegend ändert.

Schon alleine der derzeit sehr hohe Kraftstoffpreis – das wohl größte Ärgernis der Autofahrer – dürfte eine Erholung der Imagewerte in nächster Zeit verhindern. Dabei spielt für die Verbraucher offensichtlich keine große Rolle, dass der Großteil des Rechnungsbetrages direkt ins Steuersäckel fließt. Wie der BrandIndex zeigt bewerten die Deutschen das Preis-Leistungs-Verhältnis im Moment so schlecht wie lange nicht mehr. Nur Jet und die zu Orlen gehörende Star-Tankstellenkette schneiden hier vergleichsweise gut ab.

Zur Untersuchung: Der YouGov BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht dieses forschungsbasierte Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.

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