Ministerpräsident Wulff: "Ich bin der Vorstandsvorsitzende von Niedersachsen"

Ministerpräsident Wulff: "Ich bin der Vorstandsvorsitzende von Niedersachsen"

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff verteidigt sein starkes Engagement im Übernahmekampf zwischen Volkswagen und Porsche als Standortpolitik.

„Es geht um unsere Beschäftigten, unsere Steuereinnahmen“, sagte er im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Niedersachsen ist meine Aufgabe, da bin ich quasi der Vorstandsvorsitzende.“ Wulff sagte, er werbe im Rahmen seiner Standortpolitik seit Jahren um arabische Investoren, um sie für ein Engagement bei niedersächsischen Unternehmen zu gewinnen. So sei er mit dem Staatsfonds von Katar, der nun einen Einstieg in den integrierten VW-Porsche-Konzern plant, bereits seit langem im Gespräch.

Wulff sieht Industriepolitik als wichtige Staatsaufgabe. „Es ist Aufgabe der Politik, dass wir bei Börsengängen helfen, bei Fusionen, bei Akquisitionen und Insolvenzen – in dem wir Menschen zusammenführen.“ So hat sich Wulff nach eigenen Angaben auch aktiv in die Rettung des angeschlagenen Automobilzulieferers Stakiewicz eingebracht. „Bei Daimler-Chef Dieter Zetsche konnte ich erreichen, dass Daimler dem Zulieferer etwas mehr Zeit lässt. Das reichte, um mittels eines US-Investors einen erheblichen Teil der Jobs zu retten. Dafür bin ich Dieter Zetsche dankbar.“ Nach der Einmischung in die feindliche Übernahme des Fotoentwicklers CeweColor sei er vom Finanzinvestor Wyser Pratte als „Kommunist“ bezeichnet worden, sagte Wulff. Er könne damit leben, so Wulff, als Kommunist beschimpft zu werden, wenn er dabei Arbeitsplätze rette. Nach Einschätzung von Wulff sei das Verhältnis von Politik und Wirtschaft besser geworden, weil die „Wirtschaft spätestens seit den staatlichen Rettungsschirmen gelernt hat, dass man manchmal ein bisschen zu überheblich mit den Politikern umgegangen ist“.

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