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Mit Lieferstopp gedroht: Auto-Zulieferer: Stahlhersteller brechen Verträge

Viele Automobilzulieferer, die für ihre Produkte Stahl benötigen, können nicht mehr darauf vertrauen, das der in Verträgen ausgehandelte Materialpreis weiter Bestand hat und sie die bestellten Stahlmengen geliefert bekommen.

Stahl wird immer teurer. Dies Quelle: ZB
Stahl wird immer teurer. Dies erschwert die Produktion vieler Auto-Zulieferer Quelle: ZB

Wie die WirtschaftsWoche berichtet, liegen ihr mehrere aktuelle Briefe von Stahlunternehmen an Automobilzulieferer vor, in denen unverhohlen damit gedroht wird, Liefermengen zu reduzieren, falls drastische Preiserhöhungen nicht akzeptiert werden. „Selbst langfristige Lieferverträge haben inzwischen kaum eine Bedeutung mehr“, sagt Manfred Puhlmann, Vorstandsvorsitzender des auf Dachsysteme und Türscharniere spezialisierten Zulieferers Edscha aus Remscheid.

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„Wir kriegen von vielen unserer Lieferanten die Ansage: Entweder Ihr zahlt ab sofort 180 Euro mehr pro Tonne Bandstahl, oder wir können nicht garantieren, dass wir Euch noch beliefern können“, so der Edscha-Chef. Von solchen Forderungen ist nicht nur Edscha betroffen. In einem Schreiben, das ein süddeutscher Lieferant erhielt, heißt es „...wenn Sie diese Veränderung nicht akzeptieren und auf Einhaltung der Jahresverträge beharren, werden Sie definitiv keine Mengen zugeteilt bekommen. Die Ankündigung ist nicht verhandelbar.“

Für das Verhalten der Stahllieferanten gibt es mehrere Gründe: Zum einen ist der Bedarf aus dem sich dynamisch industrialisierenden China extrem hoch. Andererseits sind die für Stahlerzeugung benötigten Energie und Rohstoffe erheblich teurer geworden. Die für die Stahlerzeugung wichtigen Eisenerze aus Brasilien und Australien haben sich in den vergangenen fünf Jahren um gut 70 Prozent verteuert. Kostete Stahl im Juni 2007 auf dem Weltmarkt noch 691 Dollar, so waren es im vergangenen Juni durchschnittlich 1134 Dollar die Tonne. Vor fünf Jahren lag der Preis pro Tonne bei 320 Dollar.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.07.2008, 12:24 UhrJoachim Schück

    Höhere Energiepreise rechtfertigen womöglich das Nachverhandeln von bestehenden Vertägen. Kompetente Manger sollten allerdings in der Lage sein dies zu verhandeln anstatt zu erpressen.

  • 21.07.2008, 10:14 UhrJosef Kurschmierz

    Das Elend ist nur, wenn die betroffenen Firmen diese Mehrkosten nicht an den Kunden weiterreichen können, da diese ebenfalls mit dem Vorwurf des Vertragsbruches arbumentieren. Das muss zu insolvenzen führen.

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