Mittelstand: Die unbekannten Krisengewinner - Seite 7

Mittelstand: Die unbekannten Krisengewinner

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Die Dauerbrenner: Katharina Geutebrück hat sich auf ein Geschäft konzentriert, das ebenso speziell wie krisenfest ist. Gleich einer der ersten Räume, den sie dem Besucher zeigt, ist vollgepackt mit Messgeräten und Bildschirmen. An der Decke hängen Beobachtungskameras, die den Besucher aufs Korn nehmen. Es geht es um Überwachung.

Die geschäftsführende Gesellschafterin des von ihrem Vater 1970 gegründeten Unternehmens Geutebrück glaubt, dass sie in diesem Jahr den Umsatz halten kann – gegen den allgemeinen Abwärtssog. In den Vorjahren ging es für den Hersteller von Überwachungs- und Sicherheitsanlagen fast immer nach oben. Noch 2008 hat sie zwölf neue Mitarbeiter angeheuert. Auch in diesem Jahr sind Neueinstellungen geplant. Hinzu kommen Vertriebsbüros in Ostfrankreich, den USA, im Inland in Hessen und Bayern. „Wir müssen gerade jetzt den Markt für unsere Produkte interessieren“, sagt Geutebrück. Denn das Thema Überwachungstechnik, das weiß sie, ist für viele Unternehmen eine Art Dauerbrenner.

Vorsprung sichern in der Krise

Die Ökoprofiteurin: Ingrid Brand-Friedberg liebt klare Botschaften: „Wir wollen Marktführer bleiben und können in der Krise am besten unseren Vorsprung sichern.“ Auf dem Firmengelände am Südrand von Gelsenkirchen sind gleich an mehreren Stellen die Monteure zugange. Eine Wärmebehandlungsanlage für große Schrauben und Verbindungsteile soll in Kürze fertig werden. Fast vier Millionen Euro will das Familienunternehmen dafür investieren. Ein paar Schritte weiter werkeln Leute im Blaumann an einer neuen Schmiedepresse. Investitionsvolumen: rund zwei Millionen Euro.

August Friedberg, so der Name der Ruhrpottfirma, stellt Schrauben und Verbindungsteile etwa für Maschinenbauer her und ist Weltmarktführer für Verbindungstechnik bei Windkraftanlagen. Gebraucht werden die Schrauben fast überall auf dem Globus – dem Klimawandel sei Dank.

Auch 10.000 Kilometer südwestlich von Gelsenkirchen, in der Kleinstadt Monte Mor im Bundesstaat São Paulo arbeiten die Monteure und Maurer. Der Schraubenmacher aus dem Ruhrgebiet ist dabei, sein Werk in Brasilien auszubauen. Rund 1,2 Millionen Euro soll die Erweiterung kosten. Und Chefin Brand-Friedberg denkt – Krise hin, Krise her – bereits über eine Vertriebsniederlassung in den USA nach. Die Unternehmerin merkt zwar: „Die Banken zögern, größere Windkraftprojekte zu finanzieren.“ Die Zahl der Arbeitsplätze will sie dennoch halten – vielleicht sogar erhöhen.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.07.2009, 20:28 UhrAnonymer Benutzer: yella

    Sehr gut. Wir brauchen jetzt positive News und nicht fort gesetztes Gejammer

  • 04.07.2009, 10:12 UhrAnonymer Benutzer: Krisenexperte

    Leute, die Krise hat gerade erst angefangen! Das ist wie bei einem Turmspringer, der gerade abgesprungen ist. Er hat noch 9 Meter vor sich bis zum Aufprall auf dem Wasser. Also seid nicht so schnell mit Euren Erkenntnissen. Wenn die Hyperinflation erst mal vorbei ist, Konflikte ueberwunden sind und ein neues Waehrungssystem beschlossen wurde, zeigt sich, wer tatsaehlich ueberlebt hat.

  • 03.07.2009, 22:14 UhrAnonymer Benutzer: melita z

    ich arbeite in einen betrieb mit 8 Mitarbeitern. Wir sind voll auf Expansionskurs und kaufen nun mitten in der Krise eine Lagerhalle.
    Die Finanzierung erfolgt zu 20% aus Eigenmittel und 80% werden durch die Hausbank finanziert. Der Gesellschafter-Geschäftsführer hat in der Vergangenheit alle Gewinne im betrieb stehen lassen, so dass diese Mittel nun zum Einsatz kommen. Was Umsatz und Gewinn angeht, spüren wir von der Krise NiCHTS! Allerdings produzieren wir Spezialarmaturen, die hauptsächlich in der Chemiebranche zum Einsatz kommen. Früher waren wir von den großen deutschen Chemiewerken abhängig, heute liefern wir weltweit. Fazit: Auch Kleinbetriebe können in der Krise gut leben, wenn das Produkt stimmt und die finanzielle Unabhängigkeit gewährleistet ist. Dazu bedarf es jedoch unternehmerischer Weitsicht!

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