25 Jahre Mauerfall: So wandelte sich die Deutsche Seereederei

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25 Jahre Mauerfall: So wandelte sich die Deutsche Seereederei

von Hans-Jürgen Klesse

Die Geschichte der Deutschen Seereederei ist bewegt. Wie a us der hochdefizitären DDR-Staatsreederei e in ertragsstarker Konzern wurde.

Der Anfang war schwer: Nach verlorenem Krieg und der Teilung Deutschlands waren der 1949 gegründeten DDR nur die beiden schon in der Vorkriegszeit bedeutungslosen Ostseehäfen Rostock und Wismar geblieben. Die Handelsflotte des Landes bestand nach Ablieferung der wenigen noch funktionsfähigen Handelsschiffe als Reparationsleistungen an die Sowjetunion gerade mal aus einem seegängigen Leichter und dem altersschwachen 900-Tonnen-Dampfer „Johann Ahrens“.

Dennoch beschloss der DDR-Ministerrat im August 1950 den Bau von 18 Handelsschiffen zwischen 1000 und 8000 Tonnen Tragfähigkeit. Im November war die „Johann Ahrens“ repariert und wieder seeklar: Umgetauft auf den Namen „Vorwärts“ wurde das kleine Schiff zur Urzelle der Deutschen Seereederei (DSR). Die Staatsreederei selbst wurde offiziell erst 1952 als Volkseigener Betrieb (VEB) in Rostock gegründet.

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MS Steckenpferd

Ende 1954 war der erste auf einer DDR-Werft fertiggestellt Neubau fertig, nochmal vier Jahre später wurden die ersten Liniendienste zur Ostküste Südamerikas, nach Albanien und Ägypten eröffnet. 1959 übernimmt die DSR das erste im Ausland gebaute und mit Devisen bezahlte Handelsschiff, die MS „Steckenpferd“.

Der für ein Schiff ziemlich merkwürdige Name steht für die sogenannte Steckenpferd-Bewegung zur Devisenbeschaffung: Die Initiative des Seifen- und Parfümherstellers VEB Steckenpferd vom Ende der Fünfzigerjahre sollte durch Übererfüllung des Export-Plansolls dringend benötigte Valuta zum Ankauf gebrauchter Frachtschiffe für die DDR-Hochseehandelsflotte verdienen.

Reederei Hapag-Lloyd und CSAV fusionieren

Deutschlands führende Container-Reederei Hapag-Lloyd schließt sich mit dem Konkurrenten CSAV aus Chile zusammen. Damit entsteht die viertgrößte Container-Reederei der Welt.

Das Containerschiff "Kyoto Express" von Hapag-Lloyd wird im Hamburger Hafen umgeschlagen. Quelle: dpa

1977 zählten 203 Schiffe mit gut 1,9 Millionen Tonnen zur DSR, angelaufen wurden Häfen in über 100 Ländern, mit 28 Liniendiensten gehörte die DSR damals zu den europäischen Reedereien mit dem größten Liniennetz. Nicht nur Stück- und Schwergutfrachter für Erz oder Kohle sowie moderne Vollcontainerschiffe gehören zur Flotte, seit 1960 betreibt die DSR mit der aus Schweden gekauften „Völkerfreundschaft“ auch Passagierdienste für verdiente nach Kuba. Die ehemalige „Stockholm“ hatte 1956 traurige Berühmtheit erlangt, als sie im Nebel vor New York den italienischen Musikdampfer „Andrea Doria“ rammte und versenkte. Die „Völkerfreundschaft“ wird 1985 ausgemustert und durch die „Arkona“ ersetzt. Das Schiff war 1981 für die Hamburger Hadag gebaut worden.

1989 wird zum letzten Mal die DDR-Flagge auf einem Neubau gehisst, das Vollcontainerschiff wird auf den Namen „Walter Ulbricht“ getauft. Im Mai 1990 wird auch für die DSR die Wende eingeleitet: Das Kombinat Seeverkehr- und Hafenwirtschaft (KSH) mit der DSR als Stammhaus wird in eine Treuhandgesellschaft umgewandelt, Gesellschafter der Deutschen Seereederei GmbH wird die Treuhandanstalt. Der Schiffsbestand von 161 Schiffen mit einer Tonnage von 1,7 Millionen Tonnen wird bis zum Jahresbeginn 1992 auf 100 Frachter reduziert, nicht-reedereitypische Bereiche werden ausgegliedert, die Zahl der Mitarbeiter schrumpft bis Ende 1992 von 14 500 auf 5846.

Im Juni 1993 übergibt die Treuhandanstalt die DSR an die beiden Hamburger Kaufleute Horst Rahe und Nikolaus Schües. Die Frachtschifffahrt wird mit Schües’ Reederei Laeisz fusioniert, für die nächsten 28 Jahre wird das Unternehmen zur Dauerbaustelle, bei dem durch mehrfache Strategiewechsel kein Stein auf dem anderen bleibt.

1994 werden die Frachtschiffliniendienste der DSR mit denen der Hamburger Senator-Linie verschmolzen. Drei Jahre später übernimmt die koreanische Hanjin Shipping das Unternehmen und schließt den Standort Rostock, 1999 übernimmt die Familie Schües die restlichen Handelsschifffahrtsaktivitäten und steigt aus der DSR aus. Rahe wird alleiniger Chef.

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