Auch wenn derzeit zu beobachten ist, dass sich die Verbriefungsprogramme zunehmend kleineren Unternehmen öffnen, werden auch künftig für weite Teile des Mittelstands größen- oder bonitätsbedingt diese Angebote nicht in Frage kommen. Hinzu kommt, dass die Verbriefungstechnik eine hohe Standardisierung der vertraglichen Bedingungen erfordert. Daher und auch aufgrund der Weitergabe der Forderungen an den Kapitalmarkt, ist eine individuelle Strukturierung und interessengerechte laufende Betreuung der Finanzierung häufig nicht möglich.
Für kleine Volumina geeignet
Die Entwicklung von Programm-Mezzanine hat den Markt für eigenkapitalähnliche Finanzierungen deutlich belebt und ist ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Eigenkapitalsituation von etablierten mittelständischen Unternehmen. Um jedoch die Nachfrage des breiten Mittelstands nach neuen, eigenkapitalähnlichen Finanzierungslösungen abzudecken, ist es notwendig, das Produktangebot weiter zu differenzieren.
Vor allem kleinvolumige Mezzanine-Finanzierungen sind für die Kapitalgeber aufgrund des hohen Prüfungsaufwands und des Risikos nachrangiger Finanzierungen häufig weniger attraktiv. Damit die Unterversorgung in diesem Segment ausgeglichen wird, benötigen sie daher Unterstützung bei der Produktentwicklung sowie bei der Übernahme der Risiken. Vor diesem Hintergrund sehen es die Förderbanken als ihre Aufgabe, als Partner der Hausbanken Angebotslücken zu schließen und neue Marktentwicklungen anzustoßen. Dabei sollen vor allem die größenbedingten Finanzierungsnachteile mittelständischer Unternehmen ausgeglichen werden.
Damit auch die kleineren mittelständischen Unternehmen ihre Eigenkapitalbasis mit Mezzanine-Kapital verbessern können, wollen Anbieter wie beispielsweise die L-Bank nun diese Angebotslücke unterhalb von 1,5 Millionen Euro schließen. Die Baden-Württemberger bieten mittelständischen Unternehmen ihres Bundeslandes künftig Mezzanine-Kapital bereits im kleinvolumigen Bereich zwischen 100.000 und 1, 5 Millionen Euro an.
Unter dem Produktnamen "L-Mezza Fin" vergibt sie Nachrangdarlehen in verschiedenen Laufzeitvarianten zwischen fünf und zehn Jahren. Dabei werden die Darlehen nicht direkt durch die L-Bank vergeben, sondern im Hausbankenverfahren: Das heißt, das Unternehmen stellt den Finanzierungsantrag zunächst bei seiner Hausbank. Um deren Bereitschaft zur Darlehensvergabe zu fördern, übernimmt die L-Bank abhängig von der Bonität des Unternehmens bis zu 100 Prozent des Risikos aus dem Nachrangdarlehen. Da die übernommenen Risiken nicht über den Kapitalmarkt ausplatziert werden, bleiben Spielräume, um in Krisenfällen individuell auf die Unternehmenssituation einzugehen.
© creditreform-magazin 2007














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Alle Kommentare lesen11.03.2008, 09:18 UhrAnonymer Benutzer: Fritz Goergen
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