BrandIndex: Windbeutel wird für Hipps Image gefährlich

kolumneBrandIndex: Windbeutel wird für Hipps Image gefährlich

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Für die Verbraucherorganisation Foodwatch hat sich die Firma Hipp bei der Vermarktung ihrer Kindertees die dreisteste Werbelüge 2012 geleistet und ist dafür mit dem Negativpreis "Goldener Windbeutel" ausgezeichnet worden. Bei der selbst initiierten Online-Abstimmung hätten mehr als 44.000 Verbraucher (34,1 Prozent) für die Zuckergranulat-Tees "Früchte", "Waldfrüchte" und "Apfel-Melisse" von Hipp gestimmt, wie Foodwatch mitteilte.

Kolumne von Tim Oesterlau

Angefeuert durch das Internet stehen Unternehmen mittlerweile im Handumdrehen am Pranger. Mit schwerwiegenden Folgen, wie das jüngste Beispiel Hipp zeigt.

Egal ob Mitarbeiterbespitzelung, zweifelhafte Produktionsstätten in China oder unappetitliche Zusatzstoffe: In Zeiten des Internets ist das Potenzial für eine ausufernde Empörung der Verbraucher massiv angewachsen.

Vielen Unternehmen wird deshalb mittlerweile bewusst, dass einige Details, denen jahrelang wenig Beachtung geschenkt wurde, mittlerweile von großer Bedeutung sind.

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Dies erkennt man nicht zuletzt daran, dass am Pranger stehende Unternehmen häufig schnell einknicken, um den Unmut in der Öffentlichkeit abzumildern. Dabei sei dahingestellt ob die Vorwürfe fair und korrekt sind – letztlich zählt es, Schaden von einer Marke abzuwenden.

Als besonders öffentlichkeitswirksam hat sich in den vergangenen Jahren der Negativpreis „Goldener Windbeutel“ der Organisation Foodwatch erwiesen. Foodwatch vergibt diesen Preis an Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie, die nach Ansicht der Organisation die Verbraucher hinters Licht führen.

Imagewerte deutlich eingebrochen

Abstimmen über den Preisträger können Besucher einer Foodwatch-Website. Aktueller „Gewinner“ der Kampagne: der Babynahrungshersteller Hipp. Und dies hat tatsächlich Folgen: Wie eine aktuelle Imageanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex zeigt, sind die Imagewerte der Marke Hipp bereits jetzt, wenige Tage nach Vergabe des Preises, deutlich eingebrochen.

So lagen die Brandindex-Werte Mitte Juni zeitweise noch bei rund 65 BrandIndex-Punkte - aktuell erreicht Hipp rund 37 Punkte und hat damit innerhalb kurzer Zeit weit mehr als 20 Punkte verloren – ein Vertrauensverlust.

Wenig geholfen hat offensichtlich, dass das Unternehmen angekündigte, das betroffene Produkt bis Jahresende positiv zu verändern. Dies dürfte Claus Hipp, Chef des Unternehmens, nicht unberührt lassen – ist Vertrauen in dieser Branche doch absolut essentiell für den Unternehmenserfolg.

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