BVB-Boss Watzke : Schulden weggekickt

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BVB-Boss Watzke : Schulden weggekickt

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"Nie wieder einen Euro Schulden", BVB-Boss Hans-Joachim Watzke spricht beim Weltmarktführertreffen in Schwäbisch Hall.

von Nele Hansen

Der BVB-Boss Hans-Joachim Watzke spricht beim Weltmarktführertreffen in Schwäbisch Hall und erklärt, warum er lieber betteln geht, als von Bayern München Geld anzunehmen.

Einen Sieg gegen Bayern hätte der BVB-Boss Hans-Joachim Watzke den Stuttgartern am Mittwoch sicherlich gegönnt. Dass der Abend mit einem für ihn unerfreulichen 2:1 für die Bayern enden würde, ahnte Watzke noch nicht, als er dem Weltmarktführertreffen in Schwäbisch Hall einen Besuch abstattete und über die harte Sanierung des damals insolventen Fußballclubs erzählte. 122 Millionen Euro Verbindlichkeiten, davon 91 Prozent fällig und liquide Mittel von 58.000 Euro – eigentlich war da nichts mehr zu retten, dachte Watzke 2005, als er die Führung des Fußballclubs übernahm. Doch inzwischen ist Watzke seit neun Jahren beim BVB.
Die Gläubiger gaben dem Fußballclub nach der Insolvenzanmeldung ein Jahr Zeit. Sie hatten nichts zu verlieren: Die Spieler wären ablösefrei gewesen, der Verein hätte aufgrund der Insolvenz in die Kreisliga absteigen müssen. Ein Münsterländer Unternehmer, der dem BVB wenige Wochen vor der Insolvenz 15 Millionen Euro geliehen hatte, kam lediglich zur Strafe zu jeder Gläubigerversammlung in Lederhose und Bayern-Trikot – damit konnte Watzke leben.

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Quelle: Christian Grund für WirtschaftsWoche


Vielmehr ärgert ihn, wenn Bayern-Präsident Uli Hoeneß sich damit brüstet, dem BVB Geld geliehen zu haben. „ 2005 floss von den Bayern keine Hilfe. Mein Vorgänger hat 2003 zwei Millionen Euro von Bayern München bekommen. Ich würde aber lieber betteln gehen, als von den Bayern Geld anzunehmen“, sagte Watzke.
Er schaffte es auch ohne ihre Hilfe, sparte konsequent bei den Spielerbudgets, baute junge Spieler auf und holte Trainer Jürgen Klopp. Watzke spielte auch etwas Glück in die Hände: Die Investmentbank Morgan Stanley kam auf den BVB zu. „Der damalige Europachef von Morgan Stanley war Fußballfan und das Geld saß locker. Morgan Stanley hat mir 80 Millionen Euro geliehen, damit ich unser Stadion zurückkaufen konnte“, erinnert sich Watzke. „Das würden die heute auch nicht mehr machen. Das war wie eine Goldgräberzeit vor der Finanzkrise.“ Ein 26-jähriger Fondsmanager habe den großen Wunsch gehabt, einmal im Signal Iduna Park einen Elfmeter zu schießen. Das habe er auch gedurft und dafür 20 Millionen Euro dagelassen – ein teurer Elfmeter.

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Doch die teuren, erfahrenen Spieler konnte sich der BVB nach wie vor nicht leisten. Dass die Borussia mit so einem jungen Team trotzdem so erfolgreich sein würde, hätte auch Watzke nicht gedacht. „Die gängige Meinung war: Mit so einer Krabbelgruppe kann man nicht so viel reißen.“
Dabei hält Watzke an seinem Grundsatz bis heute fest: „Wir werden nie wieder einen Euro Schulden machen für sportlichen Erfolg. Auch wenn der Weggang von Lewandowski und Götze natürlich ein Rückschlag ist.“
Watzke kann den Angeboten von Bayern München zwar keine Konkurrenz machen. „Was wir dafür bieten können, ist Authentizität, wir sind echt. Auf dem Trainingsgelände gibt es keinen Bratwurststand, keine Karussells. Alle trainieren zusammen auf dem Trainingsgelände“, sagt Watzke. „Die U9, die Kleinsten, müssen ihre Idole sehen, die 20 Meter weiter spielen und ihnen begegnen. Das ist echt.“

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