Commerzbank-Umfrage: Mittelständler sind SEPA-Muffel

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Commerzbank-Umfrage: Mittelständler sind SEPA-Muffel

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Mittelständler müssen den Nutzen von Sepa oft erst noch entdecken.

von Mark Fehr

Der neue Standard für Banküberweisungen hat vor allem für Verbraucher Vorteile. Doch eine neue Umfrage zeigt: Mittelständler müssen den Nutzen erst noch entdecken.

Es ist eines der größten Einzelprojekte zur wirtschaftlichen Integration Europas - aber Deutschlands Mittelständler machen nur Dienst nach Vorschrift. Mit dem neuen SEPA-Standard für Banküberweisungen schafft die Europäische Kommission einen einheitlichen Zahlungsverkehr für Unternehmen und Verbraucher in der gesamten Wirtschaftszone.

Eigentlich sollte das Format schon im Februar in Kraft getreten sein, der Start wurde aber in letzter Minute auf den August verschoben, weil europaweit vor allem kleinere Unternehmen und Vereine mit der Umstellung ihrer Verwaltung hinterher hinkten.

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Hausaufgaben erledigt

Deutschlands Mittelständler allerdings haben ihre SEPA-Hausaufgaben flott erledigt. Laut einer Blitzumfrage durch die Commerzbank und die Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld hatten mehr als 91 Prozent der deutschen Unternehmen die Umstellung auf den neuen Standard schon zum regulären SEPA-Start im Februar erledigt. Weitere acht Prozent werden nach eigener Einschätzung rechtzeitig fertig sein, wenn die nach hinten verschobene Frist im August endet.

Doch die Commerzbank-Erhebung zeigt: Deutschen Mittelständlern setzen die einheitliche Erfassung von Zahlungsdaten zwar brav in ihrer Buchhaltung um, allerdings fehlt ihnen dabei das Verständnis über den Nutzen des Projekts. So sehen 69 Prozent der 275 Befragten Unternehmen im neuen SEPA-Standard keine Vorteile für sich selbst.

Das ist kein Wunder, denn in der politischen Debatte standen bisher nur die Vorteile für Verbraucher im Vordergrund, wenn der einheitliche Zahlungsverkehr für Europa diskutiert wurde. So können sich Privatleute schwarze Listen für ihr Konto anlegen, um betrügerische Abbuchungen zu blockieren.

Schlaraffenland für Sparer

Zudem ist es Verbrauchern dank SEPA schneller und bequemer als bisher möglich, zu hohe oder ungerechtfertigte Abbuchungen rückgängig zu machen. Unternehmen, die regelmäßig Beträge von privaten Konten einziehen wollen, brauchen dafür ein Mandat und müssen den Kontoinhaber im Voraus schriftlich informiert haben.

Das alles klingt nach einem Schlaraffenland für Sparer, während es auf Unternehmen abschreckend wirkt. Groß ist die Angst vor schwarzen Schafen unter den Kunden, die ihre neue Macht nutzen, um gerechtfertigte Abbuchungen abzublocken. Die Vorteile, die SEPA auch für Unternehmen bietet, werden dabei leicht vergessen.

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Zu Unrecht, denn der einheitliche Kontostandard erleichtert das grenzüberschreitende Bezahlen. Deutsche Unternehmen können ihre Waren und Dienste daher einfacher im europäischen Ausland anbieten. Und ihr Geld bekommen sie dank SEPA künftig genauso schnell wie wenn der Kunde in Deutschland sitzen würde.

Diese positiven Effekte dürften die Tatsache wieder aufwiegen, dass die Verbraucherrechte im Zahlungsverkehr deutlich gestärkt worden sind. Denn wer pünktlich und in der vereinbarten Qualität liefert, bekommt von den meisten seiner Kunden sein Geld ohne Murren und Knurren überwiesen.

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