Corporate Social Responsibility: Wie Unternehmen ihr soziales Engagement effizient nutzen

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Corporate Social Responsibility: Wie Unternehmen ihr soziales Engagement effizient nutzen

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Willkommener Nebeneffekt: Kirchner Solar liefert Fotovoltaikanlagen nach Uganda und verbindet so betriebswirtschaftliche Interessen mit entwicklungspolitischen Zielen.

von Lea Deuber

Viele Mittelständler übernehmen gesellschaftliche Verantwortung, aber nur wenige gehen dabei gezielt vor. Dabei könnten die Unternehmen von ihrem sozialen Engagement profitieren.

Als das Auswärtige Amt im vergangenen Jahr eine Reisewarnung für Ägypten aussprach, war den Mitarbeitern von Phoenix Reisen in Bonn klar, dass ihr Geschäft einbrechen würde. Bis dahin setzte der Kreuzfahrtveranstalter rund 100 Millionen Euro pro Jahr mit Fahrten auf dem Nil um – bei einem Gesamtumsatz von 281 Millionen Euro. Für dieses Jahr rechnet Phoenix nur noch mit 30 Millionen.

Eine Katastrophe auch für Hoteliers, Reiseleiter und Busfahrer in Ägypten: Die Partner vor Ort, mit denen Phoenix zum Teil seit Jahrzehnten zusammenarbeitet, brauchen das Geld, um den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen. Phoenix-Chef Hans Zurnieden entschied deshalb, auf Preiskämpfe verzichten, wie sie bei anderen Ägypten-Reiseveranstaltern an der Tagesordnung sind. Er zahlt seinen Partnern das gleiche Geld wie zuvor.

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Der Mittelständler, der jedes Jahr 155.000 Reisende in den Urlaub befördert, praktiziert damit, was in der Konzernwelt neudeutsch Corporate Social Responsibility (CSR) genannt wird – gesellschaftliche Verantwortung. Nicht nur bei seinen Partnern in Ägypten: Zurnieden engagiert sich seit mehr als 40 Jahren für gemeinnützige Projekte, ist Gründungsmitglied des Misereor Unternehmerforums und spendet regelmäßig hohe Beträge an die kirchlichen Hilfswerke Misereor und Brot für die Welt. Zum 40-jährigen Firmenjubiläum im vergangenen November verzichtete er auf ein rauschendes Fest und bat seine Geschäftspartner stattdessen um Unterstützung für die Hilfswerke.

Fairness zahlt sich aus

Seit den Fünfzigerjahren diskutieren Managementtheoretiker unter dem Begriff CSR die Rolle von Unternehmen in der Gesellschaft. CSR beschreibt die Idee, dass Unternehmen nicht nur für die ökonomischen, sondern auch für die sozialen und ökologischen Folgen ihres Handelns verantwortlich sind. Eine genaue Definition gibt es allerdings nicht: Die Einrichtung eines Betriebskindergartens kann ebenso unter CSR fallen wie gute Personalführung oder eine faire Partnerschaft mit Zulieferern, die Umstellung der Beleuchtung in der Fabrikhalle auf Energiesparlampen oder großzügige Spenden für gemeinnützige Zwecke.

WiWo Green 2/2013

Konzerne wissen um den Wert solcher Maßnahmen, weil Kunden, Investoren und Arbeitnehmer das erwarten. Bei vielen mittelständischen Unternehmen besteht allerdings Nachholbedarf. Das meiste entsteht mehr aus dem Bauchgefühl heraus statt als Teil einer ausformulierten CSR-Strategie.

Phoenix-Chef Zurnieden ist da weiter, auch wenn die Erwartungen der Öffentlichkeit nicht der Grund dafür sind, dass er seine ägyptischen Partner in der Krise unterstützt. „Wir arbeiten schon lange mit ihnen zusammen“, sagt Zurnieden. Seine Strategie der Fairness werde sich langfristig auszahlen, ist er überzeugt: „Vielleicht nennt man das CSR, ich halte das aber einfach für richtig.“

Das gilt für vieles, was bei Phoenix Reisen gemacht wird, was aber nicht unbedingt Branchenstandard ist: Die Mitarbeiter werden übertariflich bezahlt, die Arbeitszeiten sind flexibel, ein betriebseigener Kindergarten ist in der Planung. Und der Chef wird von jedem geduzt.

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