
DüsseldorfMohsen Sohi soll wahrscheinlich im Sommer dieses Jahres auf den Chefsessel des Mischkonzerns, zu dem Haushaltsprodukte wie Vileda zählen. „Ich bin mir sehr sicher, dass wir in fünf bis sieben Jahren auch ein Mitglied in der Geschäftsleitung haben werden, das in Südost-Asien aufgewachsen ist“, sagte der amtierende Freudenberg-Chef Peter Bettermann dem Handelsblatt (Montagsausgabe). Sohi löst Bettermann im Juli an der Spitze der Unternehmensgruppe ab.
Der heimliche Riese Freudenberg aus dem kleinen nordbadischen Weinheim, der mehr als 5,5 Milliarden Euro Umsatz macht und mehr als 30.000 Menschen beschäftigt, wird damit zu einem Vorreiter bei der Berufung von Ausländern in die Chefetage heimischer Unternehmen. Doch für Bettermann ist das keine Überraschung. „Wir sind für unsere Größenverhältnisse immer ein schon sehr internationales Unternehmen gewesen“, betonte der Freudenberg-Chef. Längst seien auch die über 300 Familiengesellschafter global verteilt. Aus dem Familienunternehmen soll deshalb bald eine europäische Aktiengesellschaft werden. Die Gespräche über die Umwandlung seien auf gutem Wege. Bereits im ersten Quartal dieses Jahres könne wahrscheinlich die Eintragung ins Handelsregister erfolgen.
Sorgen macht sich die Unternehmensgruppe trotz Eurokrise nicht. „Die Geschäftslage von Freudenberg sei erstklassig, betonte Bettermann mit Blick auf das gerade abgelaufene Geschäftsjahr. „Wir hatten 2010 ein Rekordjahr und sind bisher gut auf Kurs, materiell nicht schlechter rauszukommen.“ 2010 hatte der Umsatz um 30 Prozent auf 5,48 Milliarden Euro zugelegt, der Gewinn betrug vor einem Jahr 322 Millionen Euro.













