Deutscher Hersteller: Inder sollen 27 Prozent an Fahrradbauer Mifa erhalten

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Deutscher Hersteller: Inder sollen 27 Prozent an Fahrradbauer Mifa erhalten

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Die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG könnte einen neuen Anteilseigner bekommen. Der indische Fahrrad-Riese Hero Cycles will einstteigen.

Der Fahrradhersteller Hero Cycles soll der Mitteldeutschen Fahrradwerke AG (Mifa) aus der Krise helfen. Die Inder wollen laut Insidern gut 27 Prozent an dem Unternehmen erwerben und so eine Sperrminorität bekommen.

Deutschlands absatzstärkster Fahrrad-Hersteller, die Mitteldeutschen Fahrradwerke AG (Mifa), ist massiv ins Schlingern geraten. Nun soll der weltgrößte Fahrradhersteller Hero Cycles das ostdeutsche Unternehmen aus den roten Zahlen holen. 15 Millionen will die indische Firma über eine Eigenkapitalbeteiligung investieren, teilte ein Sprecher mit. Eine entsprechende Absichtserklärung sei bereits unterzeichnet worden. Damit wäre der Fahrrad-Riese Hero der größte Anteilseigner, würde mehr als 27 Prozent der Mifa halten und eine Sperrminorität besitzen.

Das Angebot kommt nicht überraschend. Schon seit Sommer vergangenen Jahres laufen Gespräche zwischen Hero und Mifa. Angestrebt werde eine umfassende Kooperation bei Einkauf und Produktentwicklung, besonders bei Elektrofahrrädern und –antrieben, heißt es.

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Wie von internen Quellen zu hören ist, soll der Deal bereits innerhalb der nächsten drei Wochen über die Bühne gehen. AWD-Gründer Carsten Maschmeyer, mit rund 27,5 Prozent bislang größter Anteilseigner, will dem Unternehmen weiter treu bleiben: "Ich habe keine Absicht zu verkaufen“, sagte er der WirtschaftsWoche. „Ich glaube fest an die Zukunft der Mifa." Der Anteil des Promi-Investors an dem Unternehmen würde durch das Engagement verwässert werden. Er wäre im Anschluss nur noch zweitgrößter Anteilseigner.

Multimillionär Maschmeyer und die übrigen Investoren haben bei Mifa zuletzt viel Geld verloren. Die Aktie des Fahrradbauers ist in den vergangenen Tagen um gut 50 Prozent eingebrochen. Am Montag lag sie zeitweise auf einem Allzeit-Tief von drei Euro

Fehlerhafte Quartalsabschlüsse

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Der Auslöser für den Kurseinbruch: Die Mitteldeutschen Fahrradwerke hatten pflichtgemäß bekanntgegeben, dass 2013 voraussichtlich Verluste in Höhe von 15 Millionen Euro eingefahren wurden. Einige Quartalsabschlüsse des vergangenen Jahres müssen nachträglich korrigiert werden.

Durch Fehler in einem neuen Buchungssystem sei der Aufwand für das Material im zweiten und dritten Quartal zu niedrig ausgewiesen worden, sagte der Sprecher. Dies sei erst beim Erstellen der Jahresbilanz aufgefallen.  

Zudem hat die Mifa AG die eigenen Umsatzerwartungen nicht erreicht. Das Unternehmen hatte 2013 einen Umsatz zwischen 120 und 130 Millionen Euro angestrebt und die Prognose dann auf 115 Millionen gesenkt.

Durch die Ungereimtheiten in den Büchern verzögert sich die für April geplante Fertigstellung des Jahresabschlusses bis voraussichtlich Juni. Der Mifa-Sprecher betonte jedoch, dass das Unternehmen über ausreichend Liquidität für das laufende Geschäft verfüge.
Eine veränderte Führungsspitze soll für Ordnung in dem Unternehmen sorgen. Der Aufsichtsrat der Mitteldeutschen Fahrradwerke AG habe den Vorstand erweitert und den Wirtschaftsprüfer Hans-Peter Barth zunächst bis zum Jahresende zum Vorstand für Finanzen und Verwaltung bestellt, teilte der Sprecher mit. Daneben übernehme Barth bis auf weiteres die Funktionen des bisherigen Alleinvorstandes Peter Wicht, der derzeit krankheitsbedingt nicht zur Verfügung stehe.

Mit Material von dpa

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