Digitalisierung im Mittelstand: Auf gutem Weg, aber längst nicht am Ziel

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Digitalisierung im Mittelstand: Auf gutem Weg, aber längst nicht am Ziel

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von Mario Brück

Björn Weidenmüller, Leiter Vertrieb Großkunden bei der Telekom Deutschland, erklärt, warum sich Digitalisierung lohnt und zum Wettbewerbsvorteil werden kann.

Digitalisierung sei ein Hype in den Medien, sagt Weidenmüller. Mehr als sieben Millionen Treffer biete der Suchbegriff Digitalisierung bei Google. In vielen Studien zum Thema sei der Zungenschlag dagegen etwas kritischer. Vor allem wenn es um Arbeitsplätze geht. Eher weniger? Oder doch mehr? "Wie das Saldo ausfallen wird, weiß derzeit niemand", sagt Weidenmüller. In der Sparte Großkunden betreut die Telekom rund 6000 Unternehmen, "von der unteren Kante des Dax bis zum gehobenen Mittelstand".

Insgesamt seien laut Weidenmüller die deutschen Unternehmen in Sachen Digitalisierung gut unterwegs. Laut einer Umfrage unter rund 1000 Unternehmen verfolgen 27 Prozent bereits eine umfassende Digitalstrategie. 63 Prozent geben an, sie verorten Digitalisierungsthemen in der Chefetage, 46 Prozent sind aktiv dabei, Digitalisierungsprojekte umzusetzen und sogar 76 Prozent der befragten Unternehmen bewerten Digitalisierung als wichtigen Wettbewerbsfaktor.

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Doch wo wird in den Unternehmen digitalisiert, was sind die wichtigsten Felder? Der durchschnittliche Digitalisierungsgrad liege auf einer Skala von 0 bis 100 derzeit bei 52 Punkten. Unterdurchschnittlich, mit 46 Punkten, schneidet der Bereich digitale Angebote und Geschäftsmodelle ab. Im Schnitt, bei 51 Punkten, liegt die digitale Beziehung zu Kunden. Deutlich über Schnitt schneiden Themen wie IT- und Informationssicherheit sowie Datenschutz ab.

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Quelle: Titelfotos: LOOK/Daniel Schoenen, Getty Images/Daniel Reiter; Titelillustration: Dmitri Broido

Aktuell liegen die Treiber bei der Digitalisierung in den Bereichen Cloud, IoT und Vernetzung. Top-Themen von morgen seien dagegen künstliche Intelligenz und Robotik, VR/AR sowie 3D-Druck.

Im zweiten Teil seiner Vortrags beim Gipfeltreffen der Weltmarktführer zeigte Weidenmüller, welche Unternehmen aus seiner Sicht schon sehr gut in der Digitalisierung angekommen seien. Unter anderem sei dies zum Beispiel Schmitz Cargobull. Der Hersteller von LKW-Hängern und Auflegern habe eine transparente Transportkette durch Telematik-Systeme installiert, die es dem Unternehmen ermöglichen, Fahrzeugdaten in Echtzeit abzurufen. So sei es möglich, ständig den Reifendruck zu prüfen, was wiederum den Kraftstoffverbrauch deutlich reduziert.

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Ein weiteres gutes Beispiel sei Carglass (Slogan: Carglass repariert, Carglass tauscht aus). Durch die nahtlose mobile Zusammenarbeit des gesamten Außendienstes konnte das Unternehmen seine Auftragsbearbeitung schneller und produktiver machen, bei sicherem Datenaustausch und höchstem Datenschutz.

Ebenfalls gut in der Digitalisierung angekommen sei die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Rödl & Partner mit rund 4200 Mitarbeitern in fast 50 Ländern. Ein fachübergreifender, flexibler Datenzugriff von über 100 Standorten aus ermöglicht es den Mitarbeitern, Wirtschaftsprüfungen komplett remote durchzuführen.

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