DIHK: Mittelstand fährt Investitionen zurück

DIHK: Mittelstand fährt Investitionen zurück

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Ein Arbeiter entgratet ein Rohr mit einer Schleifmaschine.

Der Mittelstand wird im kommenden Jahr weniger Arbeitsplätze schaffen, als geplant war. In den Jahren zuvor waren es stets 200.000 – im kommenden Jahr wird nur noch mit der Hälfte gerechnet.

Der deutsche Mittelstand dürfte im kommenden Jahr weniger investieren und Personal einstellen, als noch im Sommer geplant. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet für 2015 nur noch mit 100.000 neuen Arbeitsplätzen bei den Mittelständlern. "In den Jahren davor waren es immer mindestens 200.000", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Tageszeitung "Die Welt".

Neben der Geopolitik hinterlasse auch die heimische Wirtschaftspolitik Bremsspuren im Mittelstand, sagte Wansleben. Der DIHK hatte 28.000 Unternehmen nach ihren Investitions- und Beschäftigungsplänen befragt und dabei die kleinen und mittleren Firmen gesondert ausgewertet.

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Wo der Mittelstand sein Geld anlegt

  • Sichteinlagen / Laufende Konten

    Immerhin 86 Prozent aller Mittelständler lassen ihr Geld auf dem eigenen Konto liegen. Allerdings ihr Anteil deutlich gesunken. Im Vorjahr waren es noch 97 Prozent.

    Quelle: Studie zum Finanzanlageverhalten und Finanzanlagebedürfnis mittelständischer Unternehmen von der Fachhochschule des Mittelstands

  • Festgeld / Termineinlagen

    Auch beim Festgeld sind heutzutage keine hohen Zinsen mehr zu erwarten. Entsprechend sinkt die Nachfrage. Nur noch 82 Prozent legen ihr Geld mit Festgeldkonten oder Termineinlagen an, im Vorjahr waren es 87 Prozent.

  • Rentenfonds

    Diese Anlageform hat im vergangenen Jahr rasant an Beliebtheit gewonnen. Mit 42 Prozent investierte fast jeder Zweite Mittelständler in Rentenfonds, im Vorjahr waren es gerade einmal 17 Prozent.

  • Gemischte Fonds

    Wenn das Risiko steigt, hilft oft nur eine Differenzierung des Portfolios. Gemischte Fonds sind für 31 Prozent eine geeignete Anlageform (Vorjahr: 10 Prozent).

  • Aktienfonds

    Während die Zinsen stagnieren, erreichen einige Aktienindizes neue Rekordhöhen. Darum wagen sich nun auch die Mittelständler an die Beteiligungen - 23 Prozent investieren in derartige Anlagen.

  • Geldmarktfonds

    Auch die Geldmarktfonds sind wieder etwas stärker gefragt als im Vorjahr. Hier investieren 18 Prozent aller befragten Mittelständler.

  • Währungsanlagen

    Die stagnierenden Wechselkurse sorgen für Verunsicherung. Keine Anlageform hat darum beim Mittelstand mehr Vertrauen eingebüßt. Nur noch 10 Prozent legen hier ihr Geld an, im Vorjahr waren es noch 31 Prozent.

  • Immobilienfonds

    Die Immobilienkrise hat ihre Spuren hinterlassen. Nicht umsonst fragte kein einziger Mittelständler im Vorjahr nach Immobilienfonds. Dieses Jahr sind es immerhin rund zehn Prozent. Beruhigt sich die Lage?

  • Nachhaltige Anlage

    Die Nachhaltigkeit bleibt auch bei der Geldanlage ein Trend - und wird damit auch interessant für den Mittelstand. Nach 5 Prozent im Vorjahr investiert mittlerweile jeder Zehnte Mittelständler in nachhaltige Geldanlageformen.

  • Alternative Anlagen

    Gleiches gilt für die alternativen Anlagen, die vor allem in Niedrigzinsphasen an Attraktivität gewinnen. Sieben Prozent legen hier ihr Geld an, im Vorjahr waren es vier Prozent.

  • Garantiefonds

    Auch die Garantiefonds sind zurück. Noch im Vorjahr hatte kein befragter Mittelständler in derartige Produkte investiert. Dieses Jahr sind es immerhin 7 Prozent.

Aus Sicht der größeren Mittelständler mit bis zu 1000 Mitarbeitern sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mittlerweile das größte Geschäftsrisiko - noch vor Sorgen um die Inlandsnachfrage, dem Mangel an Fachkräften und hohen Arbeitskosten. "Zu den bereits beschlossenen Belastungen aus dem Koalitionsvertrag wie gesetzlicher Mindestlohn und Rentenpaket kommt die Sorge um eine Verschärfung der Erbschaftsteuer", zitiert die Zeitung den DIHK-Geschäftsführer am Montag.

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Die Sorgen schlagen auf die Investitionspläne durch. "Der industrielle Mittelstand kürzt seine Investitionen", sagte Wansleben. Bei den kleinen und mittleren Unternehmen im Fahrzeugbau brächen die Investitionspläne regelrecht ein. Im Zuge des Konflikts in der Ukraine erwartet der DIHK Exporteinbußen von bis zu 20 Prozent im Russlandgeschäft.

Mit den Investitionen werden auch die Einstellungspläne nach unten korrigiert. Dennoch blieben die Mittelständler die größte Stütze des Arbeitsmarktes: Mit 100.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen tragen sie zwei Drittel zum gesamtwirtschaftlichen Personalaufbau von 150.000 bei.

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