Dirk Nowitzki wirbt für Bauerfeind: „Dirkules“ und die orthopädischen Strümpfe

Dirk Nowitzki wirbt für Bauerfeind: „Dirkules“ und die orthopädischen Strümpfe

, aktualisiert 08. Januar 2016, 14:13 Uhr
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Der 37-jährige Basketball-Profi warb bislang für Nike und die Bank ING-Diba.

von Katrin TerpitzQuelle:Handelsblatt Online

Basketball-Profi Dirk Nowitzki hat einen neuen Werbepartner. Und der ist ungewöhnlich, schließlich stellt Bauerfeind medizinische Bandagen und Kompressionsstrümpfe her. Für den Mittelständler macht der Deal jedoch Sinn.

Basketballer-Spieler Dirk Nowitzki ist zwar ein Superstar, doch in Sachen Werbung hat sich der gebürtige Franke bislang sehr zurückgehalten. Einzig Nike und der Privatbank ING-Diba war es gelungen, ihn langfristig als Werbepartner unter Vertrag zu nehmen. Daneben wirbt Nowitzki für soziale Projekte, etwa als Unicef-Botschafter.

Nun ist dem ostdeutschen Mittelständler Bauerfeind der Coup gelungen, den 2,13 Meter großen Nowitzki als Werbefigur zu gewinnen. Der NBA-Profi von den Dallas Mavericks wird der erste globale Markenbotschafter des Familienunternehmens aus dem thüringischen Zeulenroda. Der Hersteller medizinischer Hilfsmittel wie Kompressionsstrümpfe und Bandagen für Knie, Sprunggelenk und Rücken konnte Nowitzki von einer langfristigen Zusammenarbeit überzeugen

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„Ich kenne und schätze Bauerfeind-Produkte seit vielen Jahren“, sagt Dirk Nowitzki. „Ich muss mich auf meinen Körper verlassen können. Bauerfeind unterstützt mich dabei. Die Produkte sind Weltklasse.“

Bauerfeind hatte den Kontakt zu Nowitzki vor einigen Monate geknüpft. Schnell sei man sich einig geworden, sagt Finanzvorstand Thomas Bauerfeind gegenüber dem Handelsblatt. „Nowitzki ist zwar ein Superstar, aber ganz bodenständig geblieben“, erzählt Bauerfeind über die lockeren Gespräche in den USA. „Das macht ihn für uns zum idealen Markenbotschafter.“ Ein bisschen aufwendiger wäre es da schon gewesen, die Zustimmung der anderen Sponsoren Nike und ING-Diba zu bekommen. Schließlich lautet die ungeschriebene Regel der Werbebranche: Ein Prominenter kann bis zu drei Produkte gleichzeitig bewerben – mehr verwirre die Konsumenten.

„Ganz günstig war der neue Markenbotschafter nicht“, räumt Bauerfeind ein, über die genaue Summe wurde jedoch Stillschweigen vereinbart. Laut Forbes verdient Superstar Nowitzki bisher nur bescheidene 500.000 Dollar im Jahr mit Sponsorenverträgen. Zum Vergleich: 44 Millionen Dollar im Jahr kassierte bisher NBA-Spieler LeBron James allein über Werbe-Deals.

„Viele Promi-Sportler wie Dirk Nowitzki tragen unsere Bandagen auf Sportevents im Fernsehen, aber die Bilder durften wir nie für Werbezwecke verwenden“, begründet Thomas Bauerfeind die neue Marketing-Strategie. „Vor allem in den USA sehen wir große Wachstumschancen.“ Die Hälfte des Umsatzes von rund 250 Millionen Euro machen die Thüringer im Ausland, einen Teil davon in den USA. Anders als in Deutschland, wo medizinische Bandagen etc. meist vom Arzt verschrieben werden, muss man sich diese in den USA in der Regel selbst kaufen. Deshalb sei gezieltes Marketing mit einem bekannten Gesicht dort umso wichtiger.


Viele Promi-Sportler nutzen Bandagen aus Thüringen

In Deutschland startet die Kampagne mit Dirk Nowitzki im März, schwerpunktmäßig in Sanitätshäusern. Daneben soll es Videoclips im Internet geben, auf denen der Sportler in Aktion mit den Produkten zu sehen ist. Eine TV-Kampagne mit Nowitzki – beim Metzger, im Spielwarenladen oder im Taxi wie von der ING-Diba – ist nicht geplant.

Das Familienunternehmen aus Thüringen ist mit seinen Bandagen, orthopädischen Einlagen und medizinischen Kompressionsstrümpfen im Sport international bekannt. Seit vielen Jahren ist Bauerfeind als orthopädischer Begleiter Partner bei den Olympischen Spielen. In Rio möchte der deutsche Mittelständler nun zum vierten Mal das Olympische Dorf mit Orthopädietechnik ausstatten.

Die Firma wurde 1929 als Gummistrickerei gegründet und hat heute rund 2000 Mitarbeiter. „Alle Produkte werden ausschließlich in Deutschland gefertigt“, betont Thomas Bauerfeind. Sein Vater Hans Bauerfeind leitet mit 75 Jahren das Unternehmen in dritter Generation.

Stolz ist man bei Bauerfeind auf die Kniebandage Genu-Train, die 1981 erstmals auf den Markt kam. Die revolutionäre Kompressionsbandage war zusammen mit dem damaligen Mannschaftsarzt der deutschen Fußballnationalmannschaft, Heinrich Hess, entwickelt worden.

Für den Sommer hofft man auf einen Besuch von Dirk Nowitzki in Zeulenroda. Vorher hat dieser noch wichtige Spiele wie die Olympia-Qualifikation der Basketball-Nationalmannschaft zu überstehen. Thomas Bauerfeind hofft natürlich, dass Nowitzki vom Verletzungspech verschont bleibt - selbst wenn das die Bekanntheit seiner Produkte womöglich noch steigern würde.

Quelle:  Handelsblatt Online
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