EU-weites Zahlungssystem: Mittelstand ist nicht auf SEPA vorbereitet

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EU-weites Zahlungssystem: Mittelstand ist nicht auf SEPA vorbereitet

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Ab 2014 kommen die neuen XXL-Kontonummern und Bankleitzahlen. Unternehmen haben sich auf die Änderungen im bargeldlosen Bezahlsystem noch nicht eingestellt.

Deutsche Unternehmen haben noch rund 300 Tage Zeit, sich auf das neue, EU-weit gültige Zahlungssystem SEPA einzustellen. Nur: 76 Prozent der Firmen hat sich noch gar nicht mit SEPA befasst.

Seit Januar 2008 ist das Zahlungssystem Single Euro Payment Area (SEPA) in Kraft. Das Ziel von SEPA ist es, Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen in Europa zu standardisieren. Spürbar wird SEPA für die EU-Bürger ab Januar 2014, wenn sie statt ihrer nationalen Kontonummer und Bankleitzahl eine internationale Kontonummer (IBAN) und eine internationale Bankleitzahl (BIC) bekommen. Die Kontonummern werden dadurch deutlich länger: Bei der IBAN müssen auf dem Überweisungsträger künftig bis zu 32 Stellen eingetragen werden.

Bis zu 50.000 Euro an Gebühren einsparen

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Banken versicherten bereits 2008, dass der Start von SEPA reibungslos gelaufen sei. Befürchtungen, der riesige Zahlungsraum mit bereits 31 Staaten berge Sicherheitsrisiken, zerstreuten die Fachleute. An SEPA nehmen insgesamt 32 Länder teil. Neben den 27 EU-Staaten sind dies auch die Schweiz, Liechtenstein, Island, Norwegen und Monaco. Zunächst waren nur die Banken, insgesamt rund 4000 Institute, mit ihren Firmenkunden betroffen. Nun müssen sich auch Privatleute und Unternehmen aus das EU-weit einheitliche Zahlsystem umstellen. Und für Unternehmen bietet SEPA durchaus Vorteile: Das Wirtschaftsmagazin „impulse“ hat errechnet, dass ein Unternehmen, das pro Monat etwa 100 Geldeingänge- und -ausgänge mit Beträgen zwischen 50.000 und 100.000 Euro im SEPA-Raum verbucht, durch das einheitliche System pro Jahr mehr als 50.000 Euro Gebühren sparen kann.

Unternehmen beschäftigen sich nicht mit SEPA

Das Problem ist, dass sich ein Großteil der mittelständischen Unternehmen noch nicht mit den Anforderungen von SEPA beschäftigt oder konkrete Maßnahmen umgesetzt hat. Eine von TNS Infratest durchgeführte Befragung unter 6.000 Kunden der Commerzbank zeigt, dass sich 34 Prozent der Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 12,5 Millionen Euro noch nicht mit SEPA beschäftigt haben. 42 Prozent geben an, das Thema bereits aufgenommen, aber noch keine Umsetzung vorgenommen zu haben.

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Bei den Großkunden haben sich erst vier Prozent vollständig umgestellt, 61 Prozent beschäftigen sich wenigstens mit dem komplexen Thema. „Dieser Umsetzungsstand macht uns große Sorgen, denn es zeichnet sich eine Bugwelle ab, die zum Jahresende auf die Banken und Beratungsunternehmen zukommt. Erst 3 Prozent der rund 18 Milliarden Zahlungsvorgänge in Deutschland sind auf SEPA umgestellt“, sagt Klaus Windheuser, Global Head Cash Management & International Business der Commerzbank.

„Gerade kleinere Unternehmen unterliegen dem Irrtum, SEPA betreffe nur Auslandszahlungen oder starte zum 1. Februar 2014." SEPA bleibt nicht nur auf die Buchhaltung, die Software und den Druck neuer Briefbögen begrenzt, sondern betrifft nahezu alle Abteilungen in unterschiedlichen Ausprägungen, ergänzt Windheuser.



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