Familienkonzern: Dräger will vom Vertriebsumbau profitieren

Familienkonzern: Dräger will vom Vertriebsumbau profitieren

, aktualisiert 08. Dezember 2011, 21:05 Uhr
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Ein automatisches Navigations- und Überwachungssystem von Dräger unterstützt Chirurgen zukünftig bei komplizierten Abschnitten einer Operation und alarmiert das Team in kritischen Bereichen.

von Mark C. SchneiderQuelle:Handelsblatt Online

Der Tec-Dax-Konzern Dräger gibt sich eine neue Vertriebsstruktur. Die Sparten Sicherheits- und Medizintechnik werden zusammengelegt. Vorstandschef Stefan Dräger erwartet profitables Wachstum in den nächsten Jahren.

LübeckSchiebt Stefan Dräger die Notiztafel an seiner Bürowand zur Seite, fällt der Blick auf den Wachstumsplan seines Unternehmens. Das Dokument haben die 60 wichtigsten Manager der Firma kürzlich auf einem Treffen an der Ostsee unterzeichnet - und sich damit auf weiteres profitables Wachstum verpflichtet.

Das Geschäft mit der Medizin- und Sicherheitstechnik des Tec-Dax-Konzerns Dräger lohnt sich. Bei gut zwei Milliarden Euro Umsatz liegt die Ebit-Marge 2011 bei mindestens neun Prozent - und das soll trotz aller Konjunkturrisiken kommendes Jahr so bleiben. "Wir gehen davon aus, den oberen Bereich unseres für 2011 prognostizierten Margenkorridors von acht bis 9,5 Prozent zu erreichen", sagte Vorstandschef Stefan Dräger dem Handelsblatt. "Und dieselbe Bandbreite erwarten wir auch für 2012."

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Das Geschäftsvolumen der Lübecker nimmt zu. "Nahezu überall auf der Welt läuft es besser als erwartet. Wir spüren aktuell keinerlei Eintrübung. Ich schlafe gut", so der Chef, der zugleich Hauptaktionär des Unternehmen ist.

Kerngeschäfte von Dräger sind die Medizintechnik, etwa OP-Ausrüstung und Überwachungssysteme für Krankenhäuser, sowie Sicherheitstechnik, wie etwa Spezialhelme für die Feuerwehr. Stefan Dräger will beide Bereiche enger verzahnen. "Die Einteilung in Medizin- und Sicherheitstechnik wird der Vielfalt von Dräger nicht gerecht", sagt er.

Dem Kunden ist die Trennung ohnehin egal. Die Gasversorgung im Krankenhaus gehört zur Sparte Medizintechnik. Die ebenfalls in Kliniken eingesetzten Gaswarnsysteme stammen dagegen aus der Sparte Sicherheitstechnik. "Dräger ist jetzt auf dem Weg, eine wirklich global vernetzte Organisation zu werden", verspricht der Vorstandschef.

Darauf müssen sich die Manager des gut 11 000 Mitarbeiter starken Konzerns einstellen. "Früher war es erfolgversprechend, sich bei der Mittelvergabe intern gegen andere durchzusetzen", räumt Dräger ein. In der neuen Organisation komme es darauf an, mit anderen gemeinsam das Geschäft zu entwickeln.


Der Vertriebsumbau verzögert sich

Vor allem die unter der Leitung des designierten Vertriebsvorstands Andreas Frahm für 2012 anstehende Integration des Vertriebs beider Sparten soll die Ertragskraft steigern.

Allerdings verzögert der Abgang der erst im Januar 2011 mit hohen Erwartungen angetretenen Vertriebschefin Carla Kriwet zum Jahresende den Prozess. An der eigentlich parallel zum Vertriebsumbau vorgesehenen neuen Marketingstruktur arbeiten die Lübecker deshalb noch. "Wir starten 2013 und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant", sagt Dräger. "Das Gute daran ist, dass dann bereits die neue Vertriebsstruktur implementiert ist und wir nicht beide Bereiche zugleich umbauen müssen."

Über die Gründe für Kriwets Abgang, zuvor Europa Chefin der Gesundheitstechnik im Dax-Konzern Linde, schweigen beide Seiten. In Branchenkreisen heißt es, die ehrgeizige Kriwet habe es sich schnell mit den mächtigen Regionalleitern verdorben. Einen allgemeinen Kommentar lässt sich Stefan Dräger jedenfalls entlocken: "Bei der Auswahl von Topmanagern achten wir künftig noch mehr auf Charaktereigenschaften und besonders die Kombination aus Wollen und Können", sagt er.

Dank eines Ende 2010 mit der IG Metall vereinbarten neuen Tarifvertrags profitieren die Beschäftigten stärker als früher vom Erfolg. "Die Mitarbeiter werden dank des variablen Zukunftstarifvertrags aufgrund des guten Ergebnisses 2011 hohe Sonderzahlungen erhalten", kündigt der Vorstandschef an.

Trotz des guten Schlafs lassen den Familienunternehmer in fünfter Generation die politischen Turbulenzen im Euro-Raum nicht unberührt. "Als Unternehmer sehe ich der Zukunft mit gespannter Zuversicht entgegen. Als Vater von drei Kindern mache ich mir allerdings Gedanken, was sie in meinem Alter hierzulande erwartet", sagt der 48-Jährige.Aus seiner Sicht wird es deshalb immer wichtiger, global zu denken: "Irgendwo auf der Welt wird es auch dann gute Perspektiven geben."

Quelle:  Handelsblatt Online
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