Festo-Chef Veit: Maschinenbauern droht ein Teufelskreis

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InterviewFesto-Chef Veit: Maschinenbauern droht ein Teufelskreis

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"Maschinenbauer brauchen staatliche Unterstützung für ihr Projekt Industrie 4.0", sagt Festo-Chef Eberhard Veit.

von Anke Henrich

Eberhard Veit, Chef des schwäbischen Maschinenbauers Festo, erwartet für 20 bis 30 Prozent der Unternehmen seiner Branche ernste Probleme und fordert Staatsgeld für eine „Agenda 2025“.

WirtschaftsWoche: Herr Veit, die Euro-Zone kriselt, China schwächelt. Müssen sich die deutschen Maschinenbauer auf den Abschwung einstellen?

Eberhard Veit: Ja, das sollten sie. Aber ich bin sicher, er wird nicht so hart ausfallen wie 2008, weil es viele nicht so schwer treffen wird.

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Inwiefern?

2008 waren 50 Prozent der deutschen Maschinenbauer in ernsten Schwierigkeiten, jetzt dürften nur 20 oder 30 Prozent richtige Probleme bekommen.

Das ist nicht wenig.

Stimmt, aber die meisten können neu entstehende Verluste überbrücken, weil sie Gewinne aus den Vorjahren angespart haben. Damit sind viele Firmen auch nicht mehr auf Banken angewiesen, die selbst genug Probleme haben und auch die Kreditanforderungen verschärft haben.

Welche Lehre haben Sie für Festo aus der Krise gezogen?

Wir haben gelernt, mit 20 Prozent weniger und 20 Prozent über Planumsatz umzugehen. Das funktioniert aber nur, weil auch unsere Lieferanten ihre Produktionsmethoden flexibilisieren mussten.

Heißt das, Sie verlagern jetzt mit der Marktmacht eines Umsatzmilliardärs Ihr Risiko auf die Zulieferer, so wie dies teilweise auch die Autoindustrie macht?

Das wäre fatal. Wie jedes Unternehmen sind auch wir nur so gut wie unsere Zulieferer. Wer Lieferanten in Krisenzeiten schlecht behandelt, darf sich nicht wundern, wenn diese einen in guten Zeiten schlecht behandeln. Das haben manche Unternehmen gerade schmerzhaft gelernt: Sie konnten den Aufschwung der Jahre 2010 und 2011 mangels Zulieferer nicht voll nutzen. Das war meist nicht böser Wille, sondern diese Zulieferer hatten schlichtweg nicht die Möglichkeiten.

Wie haben Sie Festo auf den Abschwung vorbereitet?

Wir haben unsere Arbeitszeiten und Kosten flexibilisiert. Festo setzt auf flexible Arbeitszeitmodelle und auf Leihkräfte, die, wenn es gut läuft, einen sicheren Arbeitsplatz haben. Aber sie wissen auch: Kommt eine Krise, müssen sie als Erste gehen. Das ist eine faire Ansage und besser, als Festangestellte in Notzeiten zu entlassen.

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