Finanzierung: Strenge Banken vermiesen das China-Geschäft

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Finanzierung: Strenge Banken vermiesen das China-Geschäft

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Kredit aus der Heimat: Bublies, Finanzmanager von ebm-papst, nutzt chinesische Banken nur kurzfristig

Chinesische Banken verfolgen die Devise: Kontrolle ist gut – mehr Kontrolle ist besser. Was deutsche Unternehmen beachten müssen, wenn sie sich für ihr China-Geschäft Kapital beschaffen.

Für Bernd Bublies ist es eine einfache Rechenaufgabe. Der Leitzins der chinesischen Zentralbank, der People’s Bank of China, liegt bei sechs Prozent. Die europäischen Leitzinsen Euribor und Libor dagegen schwanken zwischen 0,25 und 0,75 Prozent. „Vor allem langfristige Finanzierungen für unser China-Geschäft beschaffen wir uns da lieber in Deutschland“, sagt Bublies, Finanzmanager beim Ventilatorenhersteller ebm-papst in Mulfingen, östlich von Stuttgart. Über Banken in China finanziert das Familienunternehmen meist kurzfristige Ausgaben für Material oder Löhne.

Zwar nutzen immer mehr deutsche Firmen für ihr China-Geschäft Kredite aus dem Reich der Mitte, etwa über chinesische Banken oder Tochtergesellschaften ausländischer Banken in China. Doch bodenständige Mittelständler haben nach wie vor ihre Hausbank als Partner dabei – vor allem für Investitionen.

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Denn in China eigenes Geld einzusetzen scheuen selbst Firmen, die Investitionen am liebsten aus der eigenen Kasse finanzieren. „Kein Unternehmen bringt gern Eigenkapital nach China“, sagt Bernhard Esser, China-Experte der HSBC in Düsseldorf. Denn einmal nach China übertragenes Eigenkapital bekommen die Unternehmen nach übereinstimmenden Berichten oft nur schwer wieder außer Landes. Also bedienen sie sich gern der Kredite ihrer deutschen Banken.

Wie auch immer die Unternehmen sich Geld beschaffen, die chinesischen Behörden haben stets ein waches Auge darauf, ob deutsche Unternehmen alle Auflagen einhalten. Und seien sie für europäische Manager noch so ungewöhnlich.

Zugleich ist es für deutsche Mittelständler noch immer schwierig, sich in China Geld zu leihen. Dafür müssen sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. „Wer dort Kredite aufnehmen will, muss auf dem deutschen Stammmarkt nachweislich längere Zeit erfolgreich sein“, sagt Christoph Angerbauer, General Manager der Außenhandelskammer in Shanghai.

Gleichzeitig tun sich chinesische Finanzinstitute mit der Bewertung von Sicherheiten außerhalb Chinas schwer, wenn Unternehmen nach Krediten fragen. „Sie schätzen zum Beispiel eine Garantie des Mutterunternehmens oft nicht als werthaltig ein“, sagt Eddy Henning, Leiter Firmenkundenbetreuung der Deutschen Bank in China. Zudem seien chinesische Banken, die Töchter ausländischer Firmen finanzieren, meist auf die Ableger von Konzernen eingestellt.

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