Förderkredite: Wo es (noch) billigeres Geld gibt

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Förderkredite: Wo es (noch) billigeres Geld gibt

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Creditreform befragt halbjährlich knapp 4000 Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern nach Auftrags- und Finanzlage sowie ihren Erwartungen an die kommenden Monate.

von Jan-Henrik Förster

Förderdarlehen sind eine attraktive Alternative zum klassischen Bankkredit. Doch die meisten Mittelständler nutzen das Potenzial der Fördertöpfe kaum aus. Wer sucht, wird belohnt – neben einem günstigen Zins versprechen die Darlehen weitere Vorteile.

Nicht, dass deutsche Mittelständler derweil Probleme mit der Finanzierung hätten. Betriebe stehen hierzulande im europäischen Vergleich gut da. Im vergangenen Jahr betrug der durchschnittliche Zinssatz für einen Kredit unter einer Million Euro 3,3 Prozent und lag damit 0,8 Prozentpunkte unter dem europäischen Durchschnitt. So geht es aus Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) hervor. Viele Betriebe benötigen zudem gar keinen Kredit oder eine Fremdfinanzierung, weil sie etwa Investitionen aus Eigenkapital finanzieren. Seit der Lehman-Pleite und der im Jahr 2009 folgenden Kreditklemme haben deutsche Mittelständler ihre Eigenkapitalbasis deutlich erhöht.

Allerdings: Unternehmen wissen, dass sich das Kreditangebot der Banken schnell verknappen kann. Weiterhin schwelt die europäische Schuldenkrise und gefährdet das Kreditgeschäft der Finanzinstitute. Zudem müssen die Banken ab kommendem Jahr Kredite über 1,5 Millionen Euro mit mehr und besserem Eigenkapital im Zuge der Einführung von Basel III besichern. 68 Prozent der deutschen Mittelständler – unabhängig von Branche und Größe – sorgen sich um ihre zukünftige Finanzierung, heißt es in einer Studie der Commerzbank.  

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Wer nach alternativen Finanzierungsformen Ausschau hält, baut sich einen Puffer für schlechtere Zeiten auf.

Eine Möglichkeit bieten Förderdarlehen, die von der staatlichen KfW,  regionalen Förderbanken oder der Europäischen Investitionsbank (EIB) über die Hausbanken vergeben werden. Solche Kredite bieten vier entscheidende Vorteile zum Bankkredit und anderen Finanzierungsformen:

  • Zins: In der Regel sind die Darlehen günstiger als herkömmliche Kredite

  • Laufzeit: Die Darlehen laufen bis zu 20 Jahre (Umweltdarlehen)  

  • Es gibt die Darlehen zu festen Zinssätzen über einen längeren Zeitraum

  • Oftmals gibt es eine tilgungsfreie Zeit

„Bei einer Finanzierung mit Fördermitteln sparen Unternehmen im Jahr bis zu drei Prozent an Zinskosten“, sagt Helmut Haimerl, Leiter des Steinbeis-Beratungszentrums für Projektfinanzierung und Technologieförderung.

Wie viele Förderprogramme es gibt, lässt sich kaum beziffern. Am häufigsten werden jedoch Innovationsvorhaben, Umwelttechnologien, Neugründungen und Personalförderungen finanziert.

Bei den KfW-Innovationskrediten (ERP – European Recovery Program) handelt es sich teilweise um Nachrangdarlehen. Die stellen für das Unternehmen wirtschaftliches Eigenkapital dar. „So bleibt das Rating des Betriebs unangetastet und gefährdet die zukünftigen Kreditlinien nicht“, sagt Haimerl.

Bei solchen Innovationskrediten wird die Hausbank von der Haftung freigestellt, die Förderbank übernimmt dann das Ausfallrisiko. „Die Banken sind dann eher bereit, Kredite zu vergeben“, so Haimerl.

Gerade Unternehmen, die sich in einer Wachstumsphase befinden und deshalb weniger Liquidität in der Kasse haben, profitieren von solchen Fördermitteln.

Bisher nutzen aber nur wenige Unternehmen die Förderung: Elf Prozent der deutschen Mittelständler haben sich 2011 über Fördermittel finanziert. Das geht aus dem KfW-Mittelstandspanel hervor.

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