Frühjahrsumfrage: Mittelstand mit positivem Ausblick für zweites Halbjahr 2008

Frühjahrsumfrage: Mittelstand mit positivem Ausblick für zweites Halbjahr 2008

Bild vergrößern

Gute Stimmung im Mittelstand: Laut der Frühjahrsumfrage des BDI sind die Mittelständler verhalten positiv für das zweite Halbjahr 2008 (im Bild: Thorsten Becherer, Geschäftsführer des Mittelständlers Christophery Kunststofftechnik)

Zuversicht statt Konjunktursorgen: Der deutsche Mittelstand blickt verhalten optimistisch in das zweite Halbjahr 2008. In der Wahrnehmung der Unternehmer ist der Zenit des Aufschwungs aber überschritten, wie die Frühjahrsumfrage des BDI unter mehr als 2.000 Unternehmen ergab.

Nachdem für das Frühjahr 2008 noch 56,3 Prozent mit einer guten bis sehr guten Wirtschaftslage gerechnet haben, sind es für die zweite Jahreshälfte nur noch 50,7 Prozent der Unternehmen. Von einem dramatischen Wendepunkt oder gar Einbruch in der Entwicklung könne aber bei weitem noch keine Rede sein, hieß es in der Analyse des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn, das die Umfrage im Auftrag des BDI, der IKB und des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young ausgeführt hat.

Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate fielen heute sogar besser aus, als dies noch im Herbst 2007 der Fall war, hieß es. „Trotz starken Euros, steigender Ölpreise und massiven Turbulenzen an den Finanzmärkten: Die Stimmung im industriellen Mittelstand ist gut“, sagte der Vorsitzende des BDI-Mittelstandsausschusses, Arnd Kirchhoff. Als Ursachen für die gedämpfte Erwartung werden an erster Stelle die hohen Energie- und Rohstoffpreise genannt. Aber auch die Schwäche der Binnennachfrage sowie die Steuerbelastung werden als Gründe gesehen.

Anzeige

Unternehmen bewerten Rahmenbedingungen schlechter

Zudem bewerten die Unternehmen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schlechter. Von der Großen Koalition werde in der verbleibenden Amtszeit bis September 2009 nicht mehr viel erwartet, hieß es. Kirchhoff forderte die Politik auf, angesichts der bestehenden Konjunkturrisiken die Hände nicht in den Schoß zu legen. Die Bundesregierung müsse „mehr in die Infrastruktur investieren, Forschung und Entwicklung fördern, Lohnzusatzkosten reduzieren“.

Er fügte hinzu: „Das politische Schneckentempo gefährdet Wachstum und Arbeitsplätze.“ Zwtl: Investitionen in den Ausbau der Kapazitäten Als Konjunkturstütze bezeichnete der Chefvolkswirt der IKB Deutsche Industriebank, Kurt Demmer, die Investitionstätigkeit der deutschen Industrie. „Ein Ende des Investitionszyklus ist derzeit nicht in Sicht“, sagte er. Vor allem die exportorientierten Branchen investierten in den Ausbau ihrer Kapazitäten. Davon gingen binnenwirtschaftliche Nachfrageimpulse auch auf solche Bereiche aus, die ansonsten eher im Windschatten der Weltkonjunktur agierten - wie das Baugewerbe, der Stahlbau und die Ingenieurbüros.

Europa größter Markt für Deutschlands Mittelständler

Demmer warnte aber vor einer Belastung der Investitionsbereitschaft durch zu hohe Tarifabschlüsse. Kirchhoff nannte als Investitionsbremse Nummer eins den Fachkräftemangel. Die Unternehmen würden gerne Fachkräfte im Ausland anwerben, die Regierung habe dafür aber „kein Ohr“, bemängelte er.

Peter Englisch von Ernst & Young hob hervor, dass sich der Trend zur Auslagerung von Funktionen und Arbeitsprozessen verlangsame. Nur noch drei Prozent der Unternehmen hätten angegeben, dass sie in den nächsten zwei Jahren Teile ihrer Produktion outsourcen wollten. Jedoch zehn Prozent der Unternehmen planten die Re-Integration von Unternehmensfunktionen. „Sie erhöhen so ihre Flexibilität, minimieren Qualitätsprobleme und senken die Überwachungs- und Kontrollkosten.“

Mittelstandsunternehmen, die im Ausland aktiv sind, setzen ihre Güter laut Umfrage zu 84,3 Prozent in Europa ab. Zweitgrößter Absatzmarkt sind die Mitglieder der nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA, allerdings mit rückläufiger Tendenz. „Erstmals hat sich die Euro-Zone richtig bewährt“, sagte Englisch mit Blick auf den schwachen Dollar.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%