German Pellets: Gründerfamilie kauft insolvente Werke in Sachsen

German Pellets: Gründerfamilie kauft insolvente Werke in Sachsen

, aktualisiert 21. Dezember 2016, 21:55 Uhr
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Gemeinsam posierten Vater und Tochter Kathrin (heute Kathrin Wiedmer) in besseren Zeiten für den German Pellets-Konzern

von Gertrud HusslaQuelle:Handelsblatt Online

Die Familie des German-Pellets-Gründers Peter Leibold steigt wieder in das Geschäft ein. MPV, geführt von Leibolds Tochter, übernimmt die insolventen Woodox-Werke. Sie waren indirekt mit German Pellets verbunden.

DüsseldorfEs war ein enger Bieterwettstreit bis zum Schluss. Nun hat die Tochter von German-Pellets-Gründer Peter Leibold, Kathrin Wiedmer, den Sieg davon getragen: Die von  ihr gegründeten Mitteldeutsche Pellets Vertrieb GmbH (MPV) übernimmt die drei ehemaligen Woodox-Werke in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die drei Pellets-Werke mit insgesamt 70 Mitarbeitern waren vor der Insolvenz von German Pellets indirekt mit dem Imperium von Peter Leibold verbunden und ebenfalls pleitegegangen. Insolvenzverwalter Lucas Flöther hat den Verkauf der Werke am Abend bestätigt.

Der Brennstoffhersteller German Pellets musste im Februar 2016 Insolvenz anmelden. 17.000 Anleger hatten dem Konzern rund 270 Millionen Euro anvertraut, überwiegend in Form von Anleihen. German Pellets hatte die Woodox-Werke einst betrieben. Die Woodox-Werke gehörten zuvor einer österreichischen Gesellschaft, deren Hauptgeschäftsführer auch Vorstand der Pele Stiftung war. Dieser Stiftung hatte German Pellets einst Darlehen in Höhe von rund 100 Millionen Euro gewährt. Begünstigte der Stiftung ist Leibolds Ehefrau Kathrin.

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Leibolds Tochter hat nun den Zuschlag vor der Investmentgesellschaft gewonnen, die das Wismarer Hauptwerk von German Pellets gekauft hat und es unter dem Namen Wismar Pellets betreibt. Der Kaufpreis für die ehemaligen Woodox-Werke war nach Handelsblatt-Informationen ein höherer einstelliger Millionenbetrag. Offenbar gelang es der Leibold-Familie, das Geld in letzter Minute aufzutreiben und die Wismarer knapp zu überbieten.

Kathrin Wiedmer hat einst mit ihrem Vater Peter Leibold gemeinsam auf Presse-Fotos von German Pellets posiert. Sie war unter Leibold in den German-Pellets-Konzern eingebunden und hat ein Tochterunternehmen gemanagt. Im Rahmen der German-Pellets-Insolvenz ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Peter Leibold wegen möglicher Insolvenzverschleppung und anderer Delikte. Die Insolvenzverwalterin von German Pellets sprach von einer möglichen „Kriminalinsolvenz“. Leibold hat zu dem Verdacht und den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bislang keine Stellung genommen.


„Investorenlösung sichert Standorten Zukunft“

Den Hauptgläubiger der Woodox-Werke, die Bad Bank der österreichischen Skandalbank Hypo-Alpe-Adria, Heta, dürfte der Familienhintergrund der Käuferin nicht interessieren. Für sie zählt, wer am meisten bezahlt. Danach muss sich auch der Insolvenzverwalter richten. Er muss dem Wunsch des Hauptgläubigers nachkommen. Immerhin: Der MPV unter Kathrin Wiedmer ist es gelungen, die Woodoxwerke im Insolvenzverfahren weiterzuführen. Sie hat die Holz-Pellets vertrieben und die Produktion am Leben erhalten. Beruhigend für Anleger: Woodox hat keine Anleihen begeben.

Insolvenzverwalter Flöther wertete die Übernahme positiv: „Die Investorenlösung sichert den drei Standorten wieder eine Zukunft außerhalb der Insolvenz“, betonte er in einer Pressemitteilung, „das freut mich besonders für die Mitarbeiter, die jetzt noch vor Weihnachten Gewissheit haben, dass es weitergeht.“

Weniger erfreut ist ein weiterer Bieter: Die Hamburger Pellex Bioenergie AG. Der kleine, börsennotierte Pelletsproduzent wollte sich vergrößern. Peter Leibold war dort aufgetreten hatte angeboten, dass die MPV gegen eine Aktienbeteiligung bei den Hamburgern die Woodox-Werke einbringt. Auch hier hatten Leibold und seine Tochter bis zur Vertragsreife verhandelt. Die Pellex Bionenergie erwägt nun, Schadensersatzansprüche gegen die MPV geltend zu machen, und spricht von Mängeln im Bieterverfahren.

 

 

 

Quelle:  Handelsblatt Online
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