Gründer-Absicherung: Versicherungen entdecken Existenzgründer als Zielgruppe

Gründer-Absicherung: Versicherungen entdecken Existenzgründer als Zielgruppe

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Brände können gerade Existenzgründern teuer zu stehen kommen.

Beim Aufbauen kann auch mal etwas schiefgehen. Die finanziellen Folgen lassen sich aber auch für Neo-Chefs abmindern. Versicherer entdecken Existenzgründer zunehmend als Zielgruppe. Sie bieten kostengünstige und flexible Sicherungspakete für die Aufbauphase. Bei den Angeboten gilt es, ein paar Grundregeln zu beachten.

Zuerst roch es komisch, aber nicht verbrannt, dann fiel der Strom aus. Während Karl Blosfeld, der sich als Schreibwarenhändler vor einem Monat selbstständig gemacht hatte, ins Untergeschoss ging, um dort nach dem Rechten zu sehen, rief seine Frau über Handy die Servicefirma an, die für die vor zwei Tagen installierte Klimaanlage verantwortlich war. Weit kam Blosfeld nicht, dichte Rauchwolken schlugen ihm entgegen.

Ein Brandexperte diagnostizierte später: Ein Defekt der gebraucht erstandenen Papierschneidemaschine hatte das Feuer, das den gesamten Warenbestand vernichtete, verursacht. Trotzdem hatte der Schreibwarenhändler Glück im Unglück. Über seine Betriebshaftpflicht- und -ausstattungsversicherung bekam er den Schaden ersetzt. Doch auf dem schadensbedingten Verdienstausfall blieb er sitzen. Denn eine Betriebsunterbrechungsversicherung bestand nicht, auf die hatte er aus Kostengründen verzichtet.

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Gründer sparen oft bei der Absicherung

"Jungunternehmer stehen bei Versicherungen vor der Wahl, soll ich vorhandene Geldmittel für die Firmenabsicherung ausgeben oder in den Firmenaufbau stecken, nicht selten fällt die Entscheidung so, dass bei der Firmenabsicherung gespart wird", erklärt Hans-Georg Jenssen vom Verband Deutscher Versicherungs-Makler (VDVM) in München. Thorsten M. Kuhr, Geschäftsführer bei Bernhard Assekuranzmakler in Sauerlach, ergänzt: "Viele Existenzgründer unterschätzen das Risiko eines Schadenfalls, deshalb und aus Kostengründen beachten sie das Thema Versicherungen zu wenig."

Günter Schlicht, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim Deutscher Versicherungs-Schutzverband (DVS) in Bonn, ist der Meinung: "Wer bei der betrieblichen Risikoabsicherung spart, spart nicht wirklich - ein Schadensfall kann die Existenz zunichte machen und für einen hohen Schuldenberg sorgen." Laut Helmut Späth, stellvertretender Vorsitzender der Versicherungskammer Bayern, brauchen Firmengründer aus Kostengründen beim Betriebsschutz nicht zu sparen, denn etliche Versicherer bieten heute spezielle Leistungspakete für Existenzgründer an.

Versicherungbündel im Paket

In den Paketen sind mehrere personen- und betriebsbedingte Versicherungen gebündelt, etwa eine Berufsunfähigkeits- und Unfall-, nicht jedoch die Kranken- und Krankenhaustagegeldversicherung sowie Altersvorsorge, die sind gesondert zu vereinbaren. Weitere Sachversicherungen gibt es für Gebäude, Betriebshaftpflicht, Betriebsunterbrechung und Elektronik. Die Münchner Versicherungskammer stellte fest, dass die Sicherungspakete für Jungunternehmer, im Vergleich zu den Prämien für Einzelversicherungen, in der Summe bis zu dreißig Prozent günstiger sind.

Die Gothaer ist überzeugt, dass das Argument "mehrere Versicherungen zusammen in Versicherungspaketen sind weniger empfehlenswert, da keine individuellen Lösungen zugeschnitten, sondern vorgefertigte Versicherungspakete vermarktet werden" nicht zutrifft. Begründung: Auch die Pakete sind flexibel gestaltet und können somit individuellen Unternehmensbelangen angepasst werden. Dies bestätigen die Versicherungskammer Bayern und die Badische Allgemeine, wobei R+V einen Schritt weiter geht: Die Wiesbadener Versicherungsgesellschaft hält in einigen Segmenten, wie beispielsweise für Neuunternehmer in der IT-Branche, über das Basis-Gründerpaket hinausgehende, besondere Lösungen parat.

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