Gute Konjunkturaussichten: Mittelstand erwartet Umsatzeinbußen wegen Fachkräftemangels

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Gute Konjunkturaussichten: Mittelstand erwartet Umsatzeinbußen wegen Fachkräftemangels

Weil die Konjunkturaussichten so gut sind, befürchten die Mittelständler, dass ihnen bald noch mehr Fachpersonal fehlt. Mehr als 300.000 Stellen sind laut einer aktuellen Umfrage im Mittelstand nicht besetzt. Das bringe Umsatzausfälle in Milliardenhöhe.

Wegen fehlender Fachkräfte büßen die deutschen Mittelständler einer Studie zufolge jährlich mehrere Milliarden Euro Umsätze ein. 53 Prozent der jüngst 3000 befragten Unternehmen beklagten reale Einbußen beim Erlös, weil qualifiziertes Personal fehlt, wie eine am Dienstag veröffentlichte Untersuchung des Beratungsunternehmens Ernst & Young ergab. Hochgerechnet summierten sich die Umsatzausfälle auf 31 Milliarden Euro jährlich.

Sechs von zehn Firmen könnten Positionen derzeit nicht besetzen, heißt es weiter. Daraus ergäben sich insgesamt 326 000 offene Stellen. Dabei wollen 28 Prozent der Firmen neue Mitarbeiter einstellen, vor einem halben Jahr waren es nur 18 Prozent. Zwar hat sich die Lage zuletzt wegen der schlechteren Konjunkturaussichten und der Zuwanderung aus Euro-Krisenländern im Vergleich zu den Vorjahren entspannt. Der Anteil der Firmen, die über sehr große Probleme bei der Suche nach neuen Mitarbeitern klage, sei im Vergleich zum Vorjahr von 75 auf 71 Prozent gesunken.

Angesichts der positiven Konjunkturaussichten dürfte sich das Problem aber 2014 wieder verschärfen. „Immer mehr Unternehmen verpassen Wachstumschancen, weil sie Aufträge ablehnen müssen oder bei Neuentwicklungen und in der Produktion nicht mit der Nachfrage Schritt halten können“, sagt Ernst&Young-Partner Peter Englisch.

Mario Ohoven Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) bezeichnete den Fachkräftemangel als „Achillesferse des deutschen Mittelstands“. Mindestlohn und die Rentenpläne der Bundesregierung dürften das Problem noch verschärfen, warnte Ohoven. Der Mittelstand fordere deshalb betriebliche, flexible Lösungen bei Mindestlohn und Rente. Außerdem brauche es einen bildungspolitischen Kurswechsel. „Die bisherige staatlich geförderte Akademisierung geht zulasten der dualen Ausbildung, die weltweit anerkannt ist“, warnte Ohoven.

Die Bedeutung der dualen Ausbildung sei klar, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. „Das Ausland beneidet Deutschland um sein duales Ausbildungssystem.“ Die Bundesregierung lege bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels neben der Anwerbung ausländischer Fachkräfte und beruflicher Bildung einen besonderen Schwerpunkt auf die Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen. Für diese Firmen werde die Rekrutierung von Auszubildenden und Fachkräften zunehmend schwieriger. Sie seien von der demografischen Entwicklung besonders betroffen.

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Dabei sehen die Mittelständler ihre Aussichten abseits des Fachkräfteproblems durchaus positiv: Fast jeder zweite Mittelständler rechnet in der Umfrage mit einer Verbesserung der Konjunkturlage in Deutschland. 55 Prozent planen 2014 mit einem Umsatzplus - im Schnitt rechnen sie mit 1,2 Prozent höheren Erlösen. Besonders optimistisch sind die Firmen in der Bau- und Energiebranche. Dort beurteilen 59 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, bei den Industrieunternehmen sind es 45 Prozent.

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