China-VW-Chef Neumann: "Wir nehmen jeden Konkurrenten ernst"

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China-VW-Chef Neumann: "Wir nehmen jeden Konkurrenten ernst"

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Karl-Thomas Neumann, Chef der VW Group China sieht das Ziel für 2012 in der Beibehaltung der Position als Marktführer in China. Außerdem sollen die Fahrzeugauslieferungen gesteigert werden.

von Matthias Kamp

Chinas VW-Chef über das Wachstum der Volksrepublik, die Expansionspläne von Volkswagen und die nachlassende Nachfrage.

WirtschaftsWoche: Herr Neumann, zu Jahresbeginn ging der Pkw-Absatz in China erst mal zurück. Glauben Sie, dass der Boom der vergangenen Jahre vorbei ist?

Neumann: Im Januar gab es zwar wegen der ungewöhnlich frühen Feiertagswoche zum Neujahrsfest eine Abschwächung, aber im Februar legten die Auslieferungen
des Volkswagen Konzerns in China schon wieder kräftig zu, bei Audi um 66 Prozent und bei der Marke Volkswagen um mehr als 40 Prozent. Ich rechne damit, dass sich das dynamische Wachstum Chinas auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird, allerdings mit einer geringeren Rate als in den vergangenen Jahren.

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Was heißt das für Volkswagen?

China ist und bleibt der größte Automobilmarkt für den Volkswagen Konzern. Wir sind dort mit unseren Fahrzeugen sehr erfolgreich. Unser Ziel ist es, 2012 die Position als Marktführer in China beizubehalten, unsere Fahrzeugauslieferungen erneut zu steigern und wieder stärker als der Markt zu wachsen.

Für chinesische Verhältnisse klingt das zurückhaltend.

Das ist nicht zurückhaltend. Wir haben unsere gesamte Planung auf ein gesundes Wachstum ausgerichtet. Dazu bauen wir unsere Kapazitäten wie angekündigt deutlich aus.

Wo sehen Sie denn in Zukunft das Wachstum in China?

Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft normalisiert sich insgesamt. Natürlich gibt es in manchen Megastädten – gefördert auch durch staatliche Regulierungen – eine gewisse Sättigung. So werden in Peking Autokennzeichen verlost, in Shanghai muss man sie ersteigern. Die größten Wachstumsimpulse werden daher in Zukunft eher von dem ländlichen Raum Chinas ausgehen, wo es aber viele Millionenstädte gibt. Darum haben wir unser Werk in Chengdu in der Provinz Sichuan erweitert und bauen eine neue Fabrik in Foshan in Südchina.

Muss man die chinesischen Hersteller inzwischen ernst nehmen?

Ja, denn die heimischen Marken werden stark gefördert. Wir nehmen jeden Konkurrenten ernst, auch wenn die chinesischen Hersteller 2011 kein gutes Jahr hatten und Marktanteile verloren haben.

Die chinesischen Hersteller First Automotive Works (FAW) und Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) arbeiten seit rund 30 Jahren mit Volkswagen zusammen. Warum sind die noch nicht in der Lage, ein ordentliches Auto zu bauen?

Neumann: Ich kann nur für den Volkswagen Konzern sprechen. Volkswagen arbeitet mit FAW und SAIC seit Jahren eng und erfolgreich zusammen, wie die aktuellen Investitionen sowie die Einführung neuer Technologien und Modelle zeigen. Uns sind eine gute Beziehung zu unseren chinesischen Partnern und der gemeinsame Erfolg unserer Joint Ventures wichtig.

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