Trumpf: Maschinenbauer will digitale Werke – in fünf Jahren

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Trumpf: Maschinenbauer will digitale Werke – in fünf Jahren

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Trumpf sieht sich als Vorreiter bei Industrie 4.0 – bis 2021 soll sie flächendeckend bei dem Maschinenbauer umgesetzt sein.

Der Maschinenbauer Trumpf stellt sich gern als Vorreiter beim Thema Industrie 4.0 vor. Nun hat das schwäbische Traditionsunternehmen einen konkreten Plan vorgelegt. 2021 soll Industrie 4.0 in Trumpf-Werken Standard sein.

Der Maschinenbauer Trumpf will seine komplette Produktion in fünf Jahren mit Hilfe von digitalen Prozessen steuern. Dann seien die Industrie-4.0-Konzepte durchgängig eingesetzt und wirksam, sagte der für den Werkzeugmaschinenbereich zuständige Geschäftsführer Mathias Kammüller am Dienstag in Ditzingen.

Unter Industrie 4.0 versteht man in Deutschland die Digitalisierung der industriellen Fertigung. Indem beispielsweise Produktionsteile mit Sensoren und Chips ausgestattet werden, kann die Produktion an Computern komplett geplant werden, um Maschinen so zu steuern.

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„Mit derartigen Anwendungsfällen können wir es schaffen, die Produktivität in den nächsten Jahren um bis zu 30 Prozent zu steigern“, sagte Kammüller ohne konkrete Zahlen zu nennen. Außerdem könnten Fehlerquoten in der Produktion, Kosten und Materialbedarf gesenkt werden. In den Werken von Trumpf laufen bislang drei Pilotprojekte. In der Blechfertigung hat das Unternehmen eine ganze Produktionseinheit auf digitale Abläufe umgestellt.

Maschinenbauer Trumpf "Veränderung ist wichtiger als Wachstum"

Die Leibinger-Kammüllers führen den Maschinenbauer Trumpf. Wie das als Ehepaar funktioniert, wie die Digitalisierung alles ändert und warum Europa gerade seine Zukunft verspielt.

Trumpf: Wie die Digitalisierung beim baden-württembergischen Maschinenbauer alles ändert. Quelle: dpa Picture-Alliance

Auf der anderen Seite ist Trumpf auch dabei, seinen Kunden Lösungen für die Industrie 4.0 anzubieten. Auf eine Stunde Bearbeitungszeit kämen in der Produktion in der Regel vier Stunden Planung, sagte Kammüller. Dort liege großes Optimierungspotenzial. Im Herbst hatte der Spezialist für Werkzeugmaschinen und Laser ein Start-up namens Axoom mit inzwischen 40 Mitarbeitern gegründet, das eine Plattform für Software zur Planung von Produktionsabläufen anbietet.

Für das noch bis Ende Juni laufende Geschäftsjahr rechnet Kammüller trotz anhaltender Unsicherheiten mit einem Wachstum und einer operativen Rendite auf Vorjahresniveau. Seine Frau, Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller, hatte im Herbst noch gewarnt: Geopolitische Krisen und Vorfälle wie der VW-Skandal machten das Geschäft wenig planbar.

Bislang seien die Geschäfte gut verlaufen, sagte Kammüller, die Unsicherheit bleibe aber. Im vorherigen Geschäftsjahr 2014/2015 waren Trumpfs Erlöse um fünf Prozent auf 2,7 Milliarden Euro angewachsen. Vorläufige Geschäftszahlen legt Trumpf üblicherweise im Juli vor.

Zuletzt beschäftigte Trumpf weltweit zuletzt rund 11.000 Mitarbeiter – etwa doppelt soviele wie vor zehn Jahren. Dabei habe Trumpf seine Produktivität gesteigert und Arbeiten weggefallen lassen. Auch in Bereichen, in denen Industrie 4.0 eingeführt werde, könnten Stellen gespart werden, sagte Kammüller. Die Firma beschäftige die Mitarbeiter aber auf anderen Posten.

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