
Rüdiger Kapitza ist nicht für Bescheidenheit bekannt. Der Gildemeisterchef ist mit einem Jahressalär von 2,9 Millionen Euro einer der bestbezahlten Manager im deutschen Maschinenbau. Der Westfale liebt kräftige Worte und weiß sich stets ins rechte Licht zu stellen. Dennoch hält sich die Zahl der Kritiker in Grenzen. Denn Kapitza hat seine Versprechungen eingehalten. Wenn der Gildemeister-Vormann am Freitagmorgen vor seine Anteilseigner tritt, kann er mit einer sauberen Bilanz und mit einer Dividendenerhöhung aufwarten.
Alle Zahlen stimmen. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 23 Prozent auf 1,667 Milliarden, die Aufträge legte um 36 Prozent zu, der Jahrüberschuss stieg fast um das Zehnfache auf 41 Million Euro. Und erstmals ist der Konzern – dank einer Kapitalerhöhung – frei von Bankschulden.
Bild: dpa.Platz 10: Niles-Simmons
Das Unternehmen wird 1833 in den USA gegründet, 1898 entsteht dann das erste Werk in Deutschland. Seit 1992 stellt Niles-Simmons am Unternehmenssitz in Chemnitz, Sachsen, Werkzeugmaschinen her - unter anderem für den Automotive-Bereich und die Eisenbahn. Der Industrieanlagenbauer beschäftigt derzeit rund 1.300 Mitarbeiter. 2011 setzte das Unternehmen 275 Millionen Euro und bewegt sich damit auf Vorjahresniveau.
Bild: Pressebild9. Index
Die Index-Gruppe gehört gemeinsam mit dem Tochterunternehmen Traub zu den führenden Herstellern von CNC-Drehmaschinen. Firmensitz ist Esslingen in Baden-Württemberg. Das Unternehmen blickt wie viele schwäbische Maschinenbauer auf eine lange Tradition zurück. Hermann Hahn legte 1914 den Grundstein und begann mit der Produktion von Revolverdrehautomaten.
Heute zählen zu den Hauptabnehmern von Index-Drehmaschinen die Automobil- und Automobilzulieferindustrie, der Maschinenbau, die Elektrotechnik und Elektronikindustrie sowie Hersteller in der Fluidtechnik und dem Armaturenbau. Die Index-Gruppe setzte im Jahr 2011 450 Millionen Euro um (Vorjahr: 325 Millionen Euro) und beschäftigte 2.100 Mitarbeiter.
Bild: prPlatz 8: Körber/Schleifring
Schleifring gehört zum weltweit tätigen Körber-Konzern, der 30 internationale Technologieunternehmen unter seinem Dach vereint. Die Abnehmer der Schleifmaschinen stammen aus den Branchen Automobilindustrie und Zulieferer, Werkzeugindustrie, Kraftwerkturbinenbau, Werkzeug- und Formenbau, Medizintechnik, Maschinenbau, Uhrenhersteller sowie der Turbinenindustrie. Zu den größten Abnehmermärkten gehören, nebst Westeuropa, Asien (inklusive China) sowie Amerika. 2011 setzte die Werkzeugmaschinensparte von Körber/Schleifring 470 Millionen Euro um (Vorjahr 333 Millionen Euro) und beschäftigte 2.100 Mitarbeiter.
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Platz 7: Heller
1894 wird das Unternehmen von Ernst and Hermann Heller gegründet. Die Gebr. Heller Maschinenfabrik hat ihren Sitz im baden-württembergischen Nürtingen und produziert in Deutschland, Großbritannien, Brasilien und den USA. Heller engagiert sich zudem in Asien. 2009 gründete der Maschinenbauer ein Technologiezentrum im indischen Pune, im Großraum Shanghai entsteht ein neues Montagewerk. Das Unternehmen erwirtschaftete 474 Millionen Euro im Jahr 2011 (Vorjahr: 339 Millionen Euro) und beschäftigt rund 2200 Mitarbeiter - darunter mehr als 100 Auszubildende.
Bild: prPlatz 6: Emag
Zur Emag-Gruppe gehören mehrere mittelständische Technologie- und Produktionsunternehmen. Die Gruppe fertigt Drehmaschinen, Schleifmaschinen, Verzahnmaschinen, Laserschweißmaschinen und Bearbeitungszentren zur Fertigung von Getriebe-, Motoren- und Fahrwerkskomponenten. Die Emag beschäftigt aktuell 1800 Mitarbeiter. 2011 setzte das schwäbischen Unternehmen mit Sitz in der 8.000-Seelen-Gemeinde Salach - rund 50 Kilometer östlich von Stuttgart - 506 Millionen Euro um (2010: 317 Millionen Euro).
Bild: prPlatz 5: MAG Europe
Das baden-württembergische Unternehmen MAG mit Sitz in Göppingen, nahe Stuttgart, fertigt Werkzeugmaschinen. Zu den Kunden der MAG zählen Konzerne aus der Luft- und Raumfahrt, Automotive und Nutzfahrzeugbau, Schwerindustrie, Energie- und Förderanlagen, Schienenverkehr, Solarenergie, Windkraftanlagen und Maschinenbau. Das Unternehmen setzte im Jahr 2011 insgesamt 562 Millionen Euro um (2010: 337 Millionen Euro) und beschäftigt in Deutschland etwa 1600 Mitarbeiter, weltweit sind es 2200.
Bild: PressebildPlatz 4: Grob
Das Unternehmen Grob mit Stammwerk in bayerischen Mindelheim produziert in Sao Paulo, Brasilien, im amerikanischen Bluffton/Ohio und im neugebauten Werk in Dalian in China. Eigene Service- und Vertriebsniederlassungen unterhalten die Mindelheimer unter anderem in Beijing, Shanghai und Mexiko.
Seit Firmengründung im Jahr 1926 ist Grob im Familienbesitz und wird heute in dritter Generation geführt. Weltweit beschäftigt der Maschinenbauer rund 4.000 Mitarbeiter. 2011/2012 erwirtschaftete das Unternehmen 600 Millionen Euro (Vorjahr: 433 Millionen Euro).
Bild: dpa.Platz 3: Schuler
Louis Schuler gründete das Unternehmen im Jahr 1839 als Schlosserei im baden-württembergischen Göppingen, 40 Kilometer östlich von Stuttgart. Seit 1852 werden Blechbearbeitungsmaschinen hergestellt. Später wurde Schuler weltweit zum Flaggschiff der Pressenbauindustrie. 1999 geht die Schuler AG an die Börse und steigt in die Lasertechnologie ein.
Zu den Kunden gehören Automobilhersteller und -zulieferer sowie Unternehmen aus der Hausgeräte-, Schmiede-, Energie- und Elektroindustrie. Schuler gehört zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Münztechnik. Schuler ist weltweit mit eigenen Standorten und Vertretungen in vierzig Ländern präsent. Im Jahr Geschäftsjahr 2010/2011 setzten die Schwaben 958,5 Millionen Euro um ein Plus gegenüber 2009/2010 um 47 Prozent (Vorjahr: 650 Millionen Euro). Der Umsatz in Asien hat sich nahezu verdoppelt und erreichte 309 Millionen Euro.

Platz 2: Gildemeister
Gildemeister mit Stammsitz in nordrhein-westfälischen Bielefeld, ist mit 75 Vertriebs- und Servicestandorte in 33 Ländern weltweit vertreten. Das Segment „Werkzeugmaschinen“ beinhaltet das Neumaschinengeschäft mit den Technologien Drehen und Fräsen, Ultrasonic/Lasern sowie Electronics. 5.445 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen, das 2011 einen Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro erzielte (2010: 1,4 Milliarden Euro). Für 2012 plant Gildemeister einen Umsatz von mehr als 1,9 Milliarden Euro.
Bild: dpaPlatz 1: Trumpf
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Ditzingen bei Stuttgart, fertigt Werkzeugmaschinen, Elektrowerkzeuge, Laser für die Fertigungstechnik sowie DC-, Mittelfrequenz und Hochfrequenzgeneratoren - außerdem OP-Tisch-Systeme und Funktionsmobilar für den medizinischen Bereich.
Trumpf zählt zu den schwäbischen Traditionsunternehmen im Maschinenbau. 1923 erwirbt Christian Trumpf gemeinsam mit zwei Partnern die mechanische Werkstätte Julius Geiger und legt damit den Grundstein für den heutigen Betrieb. Trumpf produziert Werkzeugmaschinen wie Laserschneideanlagen und Stanzmaschinen unter anderem in den baden-württembergischen Gemeinden Gerlingen (20.000 Einwohner) und Hettingen (1800 Einwohner), außerdem im sächsischen Neukirch.
Weitere Fertigungsstätten befinden sich in China, Mexiko, Polen, Tschechien, Großbritannien und den USA. 2010/2011 setzten die Schwaben rund 2 Milliarden Euro um und beschäftigten 8.550 Mitarbeiter. Damit ist Trumpf der größte deutsche Werkzeugmaschinenbauer.
Platz 10: Niles-Simmons
Das Unternehmen wird 1833 in den USA gegründet, 1898 entsteht dann das erste Werk in Deutschland. Seit 1992 stellt Niles-Simmons am Unternehmenssitz in Chemnitz, Sachsen, Werkzeugmaschinen her - unter anderem für den Automotive-Bereich und die Eisenbahn. Der Industrieanlagenbauer beschäftigt derzeit rund 1.300 Mitarbeiter. 2011 setzte das Unternehmen 275 Millionen Euro und bewegt sich damit auf Vorjahresniveau.
Gute Ausgangsposition
Auch für das laufende Jahr sehen die Aussichten glänzend aus. In den ersten drei Monaten legte der Umsatz um 20 Prozent auf 452 Millionen Euro zu, der Auftragseingang kletterte wie im Gesamtjahr 2010 um 36 Prozent auf 605 Millionen Euro. Für 2012 erwartet Kapitza erstmalig Aufträge von mehr als zwei Milliarden Euro. Der Umsatz wird voraussichtlich auf rund 1,9 Milliarden Euro steigen, der Gewinn auf 65 Millionen Euro.
Von der glänzenden Lage sollen auch die Anteilseigner profitieren. Nach einem Jahr ohne Dividende erhalten die Anleger 25 Cent pro Aktie. Im kommenden Jahr, so stellt Kapitza in Aussicht, dürfte es noch mehr werden.
Dabei sieht die Lage der Branche gemischt aus. Nach einem guten Jahr 2011 mit einem Nachfragwachstum von 45 Prozent tritt die Branche seit einigen Monaten deutlich langsamer. Im letzten Quartal 2011 ging die Nachfrage um vier Prozent zurück, in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um sieben Prozent.
Für Gildemeister macht sich nun die vor drei Jahren gestartete Zusammenarbeit mit dem japanischen Maschinenbauer Mori Seiki bemerkbar. Mori Seiki hält an Gildemeister rund 20 Prozent, Gildemeister an Mori Seiki fünf Prozent. Die beiden Unternehmen verschmelzen Entwicklung und Vertrieb zusammen und errichten auf Drittmärkten auch Produktions- und Serviceeinheiten.
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