Immer wieder innovativ: Findige Mittelständler erfinden Alltagsprodukte neu

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Immer wieder innovativ: Findige Mittelständler erfinden Alltagsprodukte neu

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Utsch: Vorstandschef Helmut Jungbluth versteht es, mit seinen fälschungssicheren Nummernschildern auch in schwer zugängliche Märkte wie den Irak vorzustoßen

Kfz-Kennzeichen, Rasierpinsel oder Hundeleinen – deutsche Mittelständler sind nicht nur in High-Tech-Branchen spitze, sie holen auch aus simplen Produkten des täglichen Bedarfs immer wieder etwas Neues heraus.

Irgend etwas gibt es immer zu verbessern. Für die meisten Autofahrer ist etwa ein Nummernschild nur ein gestanztes Stück Metall oder Kunststoff. Nicht so bei Utsch, dem Weltmarktführer für Kfz-Kennzeichen aus Nordrhein-Westfalen: Dessen Leute tüfteln zum Beispiel an fälschungssicheren UV-Markern, um Manipulationen am Schild zu verhindern.

Ein Parkticket ist auch nicht bloß ein Stück Papier. Der ebenfalls nordrhein-westfälische Hersteller Nagels experimentiert mit Funketiketten, um Autofahrern die Ausfahrt aus dem Parkhaus zu erleichtern. Dabei wird das Ticket in der Jackentasche automatisch gescannt.

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Und der schleswig-holsteinische Unternehmer Manfred Bogdahn hat Hundeleinen einen pfiffigen Zusatznutzen verpasst: Künftig leuchten sie Herrchen und Hund beim abendlichen Gassigang den Weg aus.

Typisch deutsche Mittelständler – sie holen selbst aus einfachsten Produkten noch etwas Neues heraus. Sie sind nicht nur bei Maschinen Weltspitze, sondern auch mit simplen Alltagsprodukten. Utsch, Nagels und Flexi Bogdahn etwa glänzen weltweit als Nummer eins in ihren Nischen. Auch bei Rasierpinseln, Wurstpellenclips, Schnupftabak, Honigfliegenfängern, Reißverschlüssen oder Einkaufswagen spielen deutsche Mittelständler vorne mit.

Die gleichen Strategien wie erfolgreiche Maschinenbauer

Die Alltags-Champions setzen auf die gleichen Strategien wie erfolgreiche Maschinenbauer. „Entscheidend sind die Konzentration auf die Nische, ein weltweiter Vertrieb und eine effiziente Produktion“, sagt Bernd Venohr, Münchner Unternehmensberater und Wirtschaftsprofessor. „Vor allem ist die ständige Innovation bei Produkten und Abläufen entscheidend für den Erfolg.“ Diese Erfolgsfaktoren nennt Venohr die „deutsche DNA“. Sechs Beispiele zeigen, wie der Gencode funktioniert.

2008. Der Irak ist noch von den Amerikanern besetzt, der Bürgerkrieg tobt, Autobomben detonieren, kaum ein deutsches Unternehmen traut sich nach Bagdad. Doch Helmut Jungbluth schließt mit dem irakischen Innenministerium einen Vertrag in Höhe von zwölf Millionen Dollar ab.

Jungbluth leitet Utsch, Weltmarktführer für Kfz-Kennzeichen. Jedes zweite Auto auf Deutschlands Straßen ist mit einem Nummernschild des globalen Mittelständlers aus Siegen unterwegs.

Sichere Kennzeichen

Auch im Irak, wo Selbstmordattentäter ihre Bomben oft in gestohlenen Fahrzeugen zünden, konnte Jungbluth mit seinen fälschungssicheren Kennzeichen überzeugen. Ähnlich war die Situation in Sri Lanka. Utsch ist geschickt darin, in schwierige Märkte vorzustoßen. Als Marktöffner dienen lokale Partnerunternehmen, die branchenerfahren sind und ihren eigenen nationalen Markt bestens kennen.

Die Schilder aus dem Siegerland enthalten holografische Heißprägefolien, Wasserzeichen, gelaserte Seriennummern oder UV-Marker. All dies hat der 1961 gegründete Hersteller selbst entwickelt und damit Standards gesetzt. Beispiel UV-Marker: Das Schild wird mit speziellen Sicherheitsschrauben befestigt. Mit einer UV-Lampe lässt sich feststellen, ob an den Schrauben manipuliert wurde.

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