Industrie: SGL schwächelt bei Karbonfasern

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Industrie: SGL schwächelt bei Karbonfasern

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Karbonfasern gelten als Werkstoff der Zukunft, doch die Gewinne beim Kohlenstoffspezialisten SGL bleiben hinter den Erwartungen zurück

von Jürgen Salz

Rückschlag für Großaktionärin Susanne Klatten: Ausgerechnet im zukunftsträchtigen Geschäft mit Karbonfasern brechen die Gewinne ein. Beim Kohlenstoffspezialisten SGL bleibt die Nachfrage hinter den Erwartungen zurück.

Sie sind leicht, stabil – und gelten als Werkstoff der Zukunft: Karbonfasern. In der Automobil- und Flugzeugindustrie sowie bei Windrädern soll das Leichtmaterial die Produktionsprozesse revolutionieren. Aufgrund ihres geringen Gewichts helfen Karbonfasern, Sprit zu sparen.

Der Wiesbadener Kohlenstoff-Spezialist SGL, der ansonsten Grafitelektroden für Stahl- und Aluminiumschmelzen herstellt, setzte voll auf das neue Geschäftsfeld. Und mit ihm zahlreiche prominente Großaktionäre: Die Milliardärin Susanne Klatten, geborene Quandt, hält über ihr Investmentvehikel SKion GmbH 26,8 Prozent der SGL-Anteile. BMW – ebenfalls eine Beteiligung der Quandts – ist mit 15,7 Prozent dabei; VW mit acht Prozent.

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Zähe Umstellung der Industrie

Sie alle mussten nun erfahren, dass sich Karbonfasern nun doch nicht so schnell durchsetzen wie erhofft. Bei der heutigen Vorlage der Quartalszahlen musste SGL-Chef Robert Koehler von weiterhin deutlich schwindenden Gewinnen im Karbongeschäft berichten. Unter anderem deswegen reduzierte sich der SGL-Jahresüberschuss im zweiten Quartal auf 9,6 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte der entsprechende Wert noch bei über 20 Millionen Euro gelegen.

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SGL berichtet davon, dass sich die Bestellungen aus der Flugzeugindustrie, etwa von Boeing oder Lockheed Martin, weiter verzögern. In der Windradbranche herrsche weiterhin Flaute, die Nachfrage aus der Industrie sei schwach, hieß es. Die Umstellung der Produktionsprozesse ganzer Industrien scheint nicht so schnell voranzukommen wie gedacht. Wegen der Nachfrageschwäche bei Karbon hatte Koehler bereits die Gewinnprognose für das Gesamtjahr gesenkt. Statt zu steigen, soll der operative Gewinn nur noch stagnieren – bei etwa 160 Millionen Euro.

Insgesamt setzte SGL im vergangenen Jahr 1,5 Milliarden Euro um. An der Börse verlor die Aktie heute nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen mehr als ein Prozent ihres Wertes. 40 Prozent der SGL-Papiere befinden sich im Streubesitz.               

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