
BerlinDer Euro-Rettungskurs der Bundesregierung stößt bei den Familienunternehmern auf wachsende Skepsis: „An der dauerhaften Existenz des Euro, das muss man leider sagen, hegen immer mehr Unternehmer Zweifel“, sagte Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe). Die Kanzlerin kämpfe zwar auf europäischer Ebene für Eigenverantwortung und Solidität in der Staatsfinanzierung. „Doch leider scheint der Rückhalt für diese Positionen unter anderen Staatsführungen zu schrumpfen“, sagte Hennerkes, der rund 350 Unternehmen im Familienbesitz vertritt. Die Unternehmer sähen mit großem Bedauern, dass der Euro sich zu einem Quell für Streit und Neid in Europa entwickele
Hennerkes kritisierte vor allem, den dauerhaften Rettungsschirm ESM, der unabsehbare finanzielle Risiken für Deutschland berge. „Sie reichen weit über die offiziellen 190 Milliarden Euro hinaus. Der deutsche Anteil würde sofort hochschnellen, wenn ein großes Land wie Spanien den Rettungsschirm voll in Anspruch nimmt, was ja bisher mühsam vermieden wird“, sagte Hennerkes.
Die Familienunternehmer werfen der Politik vor, der Bevölkerung noch immer nicht über das Ausmaß der Schuldenkrise, die Wahrheit zu sagen: „Leider ist es immer noch die Stunde der Schönfärber. Seit zwei Jahren erleben wir, wie Zug um Zug das passiert, was von der politischen Führung zuvor vehement bestritten wurde: Überschuldung einzelner Staaten, Sanierungs-Unfähigkeit Einzelner und jetzt als Summe die Gefährdung der gemeinsamen Währung“, sagte Hennerkes.
























