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Investoren aus China: Kaum Ahnung von den Deutschen

von Florian Zerfaß

Viele Übernahmen deutscher Unternehmen endeten im Desaster. Mittlerweile haben die chinesischen Eigentümer dazugelernt.

Der chinesische Elektronikriese übernahm den Fernsehhersteller Schneider - um das Unternehmen 2 Jahre später wieder zu schließen. Es ging nur um das technologische Know-how. Quelle: REUTERS
Der chinesische Elektronikriese übernahm den Fernsehhersteller Schneider - um das Unternehmen 2 Jahre später wieder zu schließen. Es ging nur um das technologische Know-how. Quelle: REUTERS

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Lange galten chinesische Investoren in Deutschland als unzuverlässig und wortbrüchig. Sie kannten weder den deutschen Markt noch das deutsche Recht. Prompt gab es eine Serie von Fehlschlägen. So stieg 2002 der chinesische Elektronikriese TCL beim angeschlagenen Fernsehhersteller Schneider aus Türkheim im Allgäu ein und verpflichtete sich, die Produktion wieder aufzunehmen und Arbeitsplätze zu erhalten. Doch schon zwei Jahre später war Schluss: TCL feuerte die Hälfte der 120 Mitarbeiter, schloss die Produktion. Nur Marketing, Vertrieb und ein Teil der Entwicklungsabteilung verblieben in Türkheim. Dabei sollen es die Chinesen von Anfang an vor allem auf das technologische Know-how von Schneider abgesehen haben.

Feilschen bis zum Schluss

Der Flugzeugbauer Fairchild Dornier, 2002 insolvent, hoffte 2003, mit der D’Long-Firmengruppe einen „Gelben Engel“ gefunden zu haben. Ein Trugschluss: D’Long geriet selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten und konnte den kostspieligen Flugzeugbau nicht mehr finanzieren. 2004 ging Dornier erneut insolvent.

Häufig wurden Übernahmen überhastet durchgezogen – die Chinesen wollten um jeden Preis wachsen. „Inzwischen haben sich die chinesischen Investoren deutlich professionalisiert“, sagt Peter Bartels, Vorstand und Leiter Mittelstand bei der Beratung PwC. Mittlerweile erarbeiten sie schlüssige Konzepte für Übernahmen und lassen sich dabei anders als früher von Anwälten und Wirtschaftsprüfern beraten. Eines ist bei Verhandlungen mit den Chinesen aber nach wie vor schwierig – sie feilschen bis zum Schluss. Bartels zitiert dazu gern den Tipp eines Mittelständlers: „Verraten Sie nie, wann Ihr Rückflug geht. Sonst wird man in letzter Sekunde noch versuchen, Ihnen Zugeständnisse abzuringen.“

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