Karabag: Elektroauto-Pionier bleibt auf der Strecke

Karabag: Elektroauto-Pionier bleibt auf der Strecke

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Sirri Karabag droht der Untergang im Kampf gegen die Autokonzerne.

Niemand in Deutschland baut so viele Elektroautos wie Sirri Karabag. Doch das Geschäftsmodell des Gründers ist in Gefahr.

Sirri Karabag liebt krasse Vergleiche. „Wenn Sie wollen, können Sie damit einen Ferrari abhängen“, sagt der 46-Jährige, während er am Steuer seines Fiat 500 auf die grüne Ampel wartet. Unter der Haube des kleinen Italieners schnurrt ein Elektromotor mit gerade mal 38 PS, Karabag hat ihn selbst zum Stromer umgebaut. Die Ampel springt auf Grün, der Winzling rollt leise los.

Darlehensprogramme für grüne Investitionen

  • KfW Bankengruppe

    Die KfW Bankengruppe in Frankfurt unterstützt Energieeffizienzmaßnahmen gewerblicher Unternehmen mit zinsgünstigen Darlehen. Die Höhe beträgt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, in der Regel bis zu 25 Millionen Euro pro Vorhaben.

  • NRW-Bank

    Die Düsseldorfer NRW-BANK fördert Unternehmen bei der Einführung von energie- und ressourcenschonenden Maßnahmen mit Darlehen. Die Höhe beträgt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben, mindestens aber 25.000 Euro und höchstens fünf Millionen Euro, Laufzeit vier bis zehn Jahre.

  • LfA Förderbank Bayern

    Die LfA Förderbank Bayern in München unterstützt Umweltschutzinvestitionen in Bereichen wie Abwasserreinigung, Luftreinhaltung, Energieeinsparung sowie Nutzung erneuerbarer Energien. Der Finanzierungsanteil des Darlehens beträgt in der Regel bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Höchstbetrag liegt bei einer Million Euro.

  • Sächsische Aufbaubank

    Die Sächsische Aufbaubank in Dresden vergibt Zuschüsse für Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Nutzung erneuerbarer Energien sowie zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit von Anlagen. Die Höhe beträgt maximal 75 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.

  • Staatsbank für Baden-Württemberg

    Um den Energieeinsatz deutlich zu vermindern und eine zusätzliche Nutzung erneuerbarer Energieträger zu verwirklichen, unterstützt die Staatsbank für Baden-Württemberg in Stuttgart die rationelle Energieverwendung und den Einsatz erneuerbarer Energieträger. Die Förderung wird in Form eines langfristigen zinsverbilligten Darlehens gewährt. Der Finanzierungsanteil beträgt bis zu 75 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Die Höhe des Darlehens liegt in der Regel bei mindestens 10.000 Euro.

Ferrari ist kein Gegner für den Sohn einer Deutschen und eines türkischen Gastarbeiters. Er hat Größeres vor, will bei der Elektromobilität vorne mitmischen. 2010 verkaufte er mehr Elektroautos als der Volkswagen-Konzern, Daimler und BMW zusammen. Marktanteil: 50 Prozent. Karabag ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter einer Firmengruppe mit 100 Mitarbeitern und 30 Millionen Euro Jahresumsatz. Nach Realschule, kaufmännischer Lehre, Fachabitur am Wirtschaftsgymnasium, Militärdienst und diversen Jobs fing er 1987 bei einem Fiat-Händler in Hamburg als Verkäufer an. Sechs Jahre später machte er sich mit einem Fiat-Nutzfahrzeughandel selbstständig. „Wenn ich jetzt morgens beim Rasieren eine Idee habe, kann ich sie umsetzen“, sagt Karabag.

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Kampf gegen die Konzerne

Zur Elektromobilität kam er, als Fiat ihn 2008 bat, in einem Modellprojekt gemeinsam mit der italienischen Firma Micro-Vett kleine 500er zu Elektroautos umzubauen. Die verkauften sich blendend. Als das Projekt auslief, machte Karabag auf eigene Faust weiter. 2010 verkaufte er 273 Autos, das waren 50 Prozent der 541 Elektroautos, die laut Kraftfahrtbundesamt neu zugelassen wurden.

Um im Kampf gegen die Konzerne nicht unterzugehen, setzt Karabag auf Kooperationen. Zusammen mit dem schwäbischen Autozulieferer Eberspächer entwickelte er eine Bioethanol-Heizung – sie saugt im Winter nicht die Batterie leer. Die Batterien bezieht Karabag von Dow-Kokam, einem Joint Venture des US-Chemiekonzerns Dow Chemical, der französischen Industriegruppe Dassault und einem US-Finanzinvestor. Da Karabag alleine nicht genügend Autos umrüsten kann, übernimmt inzwischen das baden-württembergische Logistikunternehmen Mosolf einen Großteil der Umrüstungen.

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